Euro-Krise 2012. Nächster Gegner: die stolzen Spanier

6. Juni 2012

Spanien hat einige Probleme, seine durch die Bankenrettungen gestiegenen Staatsschulden am Markt zu refinanzieren. Das ist im Prinzip die Situation, für die Euro-Rettungsschirme überhaupt erst eingerichtet wurden. Leider haben diese Rettungsschirme einen eingebauten Fehler: Die Gelder sind mit Bedingungen verknüpft, die gleichzeitig die Wirtschaft, der sie helfen sollen, abwürgen. Deshalb will der spanische Staat kein Geld direkt annehmen, sondern nur indirekt über seinen Bankenrettungsfond – denn dieser Bankenrettungsfond kann keine neuen Sparprogramme zusagen. Das ist die einfache Geschichte, die Spiegel Online vielleicht einen Tick kompliziert aufschreibt.

Wie würde man diese Geschichte überschreiben?

Bei SpOn entscheidet man sich so

Euro-Retter wollen Spaniens Banken helfen

Spaniens finanzielle Lage wird immer dramatischer. Nun gibt es Anzeichen für einen Kompromiss mit den Euro-Partnern. Einem Zeitungsbericht zufolge könnten Hilfsgelder an den spanischen Bankenrettungsfonds fließen. Der Vorteil: Beide Seiten würden ihr Gesicht wahren.

Das ist absurd. Hier klingt es, als wären auf der einen Seite wieder einmal die dummen Südeuropäer, die ihr „Gesicht wahren“ wollen, und auf der anderen Seite die „Retter“, die die uneinsichtigen Spanier erst zu ihrem Glück zwingen müssen.

In der Financial Times Deutschland wird – allerdings in einem Meinungsartikel – die wirtschaftspolitische Entscheidung des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy, die bizarren Sparprogramme nicht weiter mitzumachen als rein taktisches, eher noch naives Wahlversprechen verkauft, das heute zu verbockten Fehlentscheidungen führt. Die Headline ist dementsprechend

Rettungsschirm oder nicht?
Spanien ist von falschem Stolz geblendet

Bebildert ist die Geschichte online mit einem Matador, der wohl für den übersteigerten spanischen Stolz stehen soll. Man kennt die ja, die Spanier.

Die Realität sieht so aus: Spanien hat mitten in der Krise sein Defizit von 117 Milliarden Euro in 2009 auf 91 Milliarden in 2011 gesenkt (das Defizit ist nach der Lehman-Krise explodiert, was nicht die Schuld des spanischen Staates war, der bis dahin ein Euro-Musterknabe war. Nicht dass das eine Rolle spielt, aber es soll mal gesagt sein). Der Gesamtschuldenstand beträgt heute noch niedrige 68 Prozent im Verhältnis zum BIP (gegenüber mehr als 83 Prozent z.B. in Deutschland). Es braucht niemand irgendwo auf der Welt so zu tun, als müsste er den Spaniern erklären, wie man einen ordentlichen Haushalt aufstellt. Dass die spanischen Schulden trotz des schrumpfenden Defizits rasant weiter wachsen liegt daran, dass die Wirtschaft zusammenbricht.

Aber: Spanien hat eine galoppierende Arbeitslosigkeit. Mehr als jeder Fünfte ist ohne Job, jeder zweite unter 25 Jahren. Hier immer nur weiter zu sparen, wie es die Troika aus EU, IWF und EZB ja schon in anderen Ländern erfolglos vorführt, treibt das Land nur immer tiefer in die Schuldenspirale – bei gleichzeitiger Verelendung der Bevölkerung.

Es gibt möglicherweise neoliberale Theoretiker, die ehrlich glauben, dass prozyklische Wirtschaftspolitik funktioniert. Gerade in Deutschland, wo wir die Krise mit zwei schuldenfinanzierten Konjunkturpaketen, der Abwrackprämie und dem Kurzarbeitergeld bekämpft haben ist das zwar schwierig zu erklären, aber es mag irgendwo solche Leute geben. Aber selbst für jemanden, der entgegen der historischen Evidenz und gut argumentierter Wissenschaft glauben mag wäre es infam, es mit ethnischer Prädisposition zu falschem Stolz zu erklären.

Nachdem die Griechen zu faul zum arbeiten sind, sind die Spanier jetzt also zu stolz, um zu tun, was richtig ist. Ich nehme an, zu den Portugiesen, den Italienern und den Iren fallen uns auch noch rechtzeitig rassistische Erklärungen dafür ein, warum sie einfach nicht so funktionieren, wie die Welt nunmal funktionieren muss, weil wir sie hier so sehen.

Ich erlebe seit Jahren, wie sich ein völlig realitätsfremdes Bild „der Griechen“ heute bis zur gefühlten Wahrheit durchgesetzt hat. In Deutschland halten die Menschen die Griechen inzwischen für zu doof zum wählen, und das ist einem völligen Versagen von Medien – also Journalisten – geschuldet.

Das einzig Gute an der Situation bisher war, dass zu viele Journalisten zu beschäftigt damit waren rassistische Klischees über Griechen zu verbreiten, dass zumindest Spanier, Portugiesen und Iren einigermaßen unbeschadet geblieben sind.

Entgegen dem, was ich oben geschrieben habe, glaube ich in Wahrheit eigentlich nicht, dass irgendjemand mit einem Hauch von Verstand glauben kann, dass die Programme der Troika in dem Sinne funktionieren, dass sie einem Land in der Krise helfen. Ich glaube nicht, dass es diese Theoretiker gibt – aber ich weiß, dass es eine starke Lobby derjenigen gibt, die an dieser Krise verdienen, so lange die verschuldeten Länder zugunsten ihrer Gläubiger ausgequetscht werden.

Was dann noch von den Ländern übrig bleibt, könnte nach dem Willen der Bundesregierung dann ja zum Beispiel als „Sonderwirtschaftszone“ genutzt werden, also als Region, in der Unternehmen ohne störende Arbeitnehmerrechte und Umweltauflagen zu niedrigen Steuern produzieren können. Eine eigene Dritte Welt in Europa! Das sind doch mal Programme.

Ich glaube, dass Journalisten, die in dieser Situation versuchen, die Krise mit ethnischen Stereotypen zu erklären, nicht nur falsch liegen, sondern unendlich ahnungslos sein müssen oder böse. Die Grenzen in dieser Krise verlaufen nicht zwischen Völkern, sondern zwischen denen, die an dieser Krise verdienen, und uns anderen, die wir dafür bezahlen. Es ist eine ekelhafte, neonationalistische Suppe, die da gerade angesetzt wird, und ich kann nur jeden Kollegen davor warnen, sich eines billigen, schlecht durchdachten Scherzes wegen dafür herzugeben.

Ich bin sicher, wir werden in den nächsten Tagen und Wochen eine Menge symbolischer Matador-Bilder zu sehen bekommen. Und jedem einzelnen, der nationale Töne in diese Diskussion einzuspeisen versucht möchte ich sagen:

Wir sind alle Griechen. Wir sind alle Spanier. Wir sind alle Iren. Wir sind alle Deutsche.

Und ihr seid alle Arschlöcher.

38 Kommentare

Ich sehe schon Unterschiede zwischen Spanien und Griechenland, was die Ursachen der Krise betrifft und auch hinsichtlich notwendiger Maßnahmen.

Unabhängig davon bin ich bei Dir, wenn Du diese „Ihr seid doch zu blöd“-Kommentare geißelst. Ich räume auch ein, dass ich mich selbst manchmal durch einseitige Berichterstattung habe beeinflussen lassen. Im nachhinein ärgert man sich dann schon über sich selbst. Ich bin nicht immer deiner Meinung, möchte aber schon zum Ausdruck bringen, dass mich deine Beiträge hier zum Nachdenken gebracht haben.

Inzwischen habe ich den Eindruck, dass wir unbedingt die Kreditvergabe und die Hilfsgelder aus dem Einflussbereich der „Kapitalmärkte“ herausziehen müssen. Und wenn das am Ende nur durch Eurobonds geht, dann eben so – immer noch besser als eine Abwärtsspirale, die am Ende die Deutschen auch nicht verschonen würde.

by theo on 6. Juni 2012 at 11:41. #

Um es mit Funny van Dannen zu sagen:
Kann doch sein, dass die Rente sicher ist, weil deutsche Forscher entdecken,
Was für riesige Energiereserven in Angst und Dummheit stecken.

Und falls das zu wirrer Blödsinn ist, als dass es rüberkäme: Ich bin deiner Meinung.

by Muriel on 6. Juni 2012 at 12:26. #

Ich glaube nicht, dass ich irgendwo behauptet habe, es gäbe keine Unterschiede zwischen GR und Spanien. Wie oben gesagt: Spanien war ein Musterknabe im Euro-Raum, GR das Gegenteil davon. GR ist wahrscheinlich das einzige Euro-Land, bei dem eine fiskalische, geldpolitische Krise zu der allgemeinen Euro-Krise hinzukommt, und das liegt zu einem ganz großen Teil an Fehlverhalten der gewählten griechischen Elite. Das bestreitet m.E. nach niemand auf der Welt. Es ändert nur nichts daran, dass diese Krise erstens trotzdem eingetreten wäre (der „griechische Teil“ der Krise also in Wahrheit nach nackten Zahlen fast schon unerheblich ist) und die Antworten, die Zentraleuropa unter deutscher Führung auf die Krise findet, bisher eher moralisch motiviert scheinen als wirtschaftlich, eher innen- als außenpolitisch (James Surowiecki beschreibt es mal wieder am besten: http://www.newyorker.com/talk/financial/2012/06/04/120604ta_talk_surowiecki). Und auch das noch einmal: GR hat ein BIP von 215 Mia. Euro von den 9.419 Mia. der Eurozone (12.634 Mia. in der EU). Das sind weniger als 2,3 Prozent. Wäre das Problem griechisch, hätten wir keins. Wir haben aber eines, weil das eigentliche Problem eben ein ganz anderes ist, das alle Länder der Peripherie teilen, und das sicher nicht dadurch gelöst wird, das man GR bestraft. Während wir das feststellen hungern in GR Kinder, haben ältere Menschen keinen Zugang zu Krankenversorgung und die Neofaschisten haben Zulauf. Und ähnliches blüht Spanien, wenn man die Troika dasselbe Programm noch einmal auflegen lässt. Spanien spart, Spanien spart mehr als genug. Es kann und darf jetzt nur um Wachstum gehen – so wie es Angela Merkel in Deutschland gemacht hat, wo sie für zwei Konjunkturpakete, die Abwrackprämie und die Kurzarbeit verantwortlich war und gleichzeitig in ihrer gesamten Kanzlerschaft keine einzige Strukturreform durchgeführt hat.

by mikis on 6. Juni 2012 at 12:29. #

Sorry, Muriel, die Antwort bezieht sich auf den Kommentar davor. Dir möchte ich sagen: Vielleicht finden ja auch amerikanische Wissenschaftler einfach heraus, dass die Renten sicher sind! Und Schokolade macht endlich doch dünn!

by mikis on 6. Juni 2012 at 12:31. #

Kann doch sein, dass Arbeit schädlich ist; die Menschen sind sehr verschieden.
Ich kannte mal einen Vermieter, der war auch ohne Arbeit zufrieden.

Ich muss mir unbedingt endlich mal das neue Album von Funny van Dannen kaufen.
Schokolade macht natürlich dünn. Man muss nur sparsam genug damit sein, woran man wieder sieht… Na, du weißt schon.

by Muriel on 6. Juni 2012 at 14:50. #

[…] Crosspost […]

by Euro-Krise, nächster Gegner: die stolzen Spanier — CARTA on 6. Juni 2012 at 17:14. #

Ich halt jetzt einfach meinen Sabbel. Ist wohl besser so.

by theo on 6. Juni 2012 at 19:37. #

Ich bin mal gespannt wie lange es noch dauert bis es irgend einen Journalisten packt und Er den Leuten ehrlich sagt wie es um die europäische und amerikanische Medienlandschaft bestellt ist.Auch wenn Er dann seine Karriere ruiniert.

Gibt es eigentlich eine grosse Zeitung in den USA,in England oder Europa die nicht von Murdoch,Holtzbrinck oder Springer in Besitz genommen wurde?

Gibt es zum Beispiel eigentlich noch einen „staatlichen Fernsehsender“ in Deutschland der nicht von Bertelsmann unterwandert ist?

Um es mal mit dem Grossinquisitor(laut Bild der „beste Ökonom Deutschlands“) post-2010 der gegen die Griechen seit 2010 zu Felde zieht zu sagen;

„In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen,“

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/finanz/hans-werner-sinn-1929-traf-es-die-juden-heute-die-manager/1357144.html

Anschliessend meinte er dann (das Interview ist vom Oktober 2008):

„heute sind es die Manager“.

Oh,schreck!Die Menschen haben es gemerkt!Und nun werden sie sauer!Was tun?Ganz einfach.

2 Jahre später fiel Ihm und seinen Sinnesgenossen dann doch die Lösung ein.Das hat doch schon vor 80 Jahren funktioniert.Griechen sind fast noch besser geeignet als Juden.“Griechen-Kriechen-Siechen“…Es dauert nicht mehr lange und wir sehen schon bald in den Kinos „der ewige Grieche“.Und wenn die Krise sich dann auch hier in Deutschland bahn bricht kann man immer noch den einen oder anderen Griechen durch die Strassen jagen oder zumindest in die nächste Griechengrillbude gehen und Essen für lau verlangen.Und wehe der Gyros kommt dann nicht inklusive Ouzo über die Ladentheke.

Hauptsache die Bild,Welt,PRO7 (Springer),Spiegel,RTL,ZDF(Bertelsmann) , „Die Zeit“(Holtzbrinck) und die anderen Sprecher dieser neoliberalen Geisteskranken müssen nicht über die wahren Ursachen der mit hoher Geschwindigkeit heran rasenden Weltwirschaftskrise berichten deren Ursache 2007 mit dem Zusammenbruch der Lehmannbrothers in den USA begann.

1929-1933 war das ähnlich.Damals hetzten Bertelsmann und Holtzbrinck gegen Juden.Die „Juden-Plage“ war in aller Munde.Heute sind es die „Pleite-Griechen“.Und wer denkt Ich gehe da zu weit schaue sich das mal an:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/europaeische-schuldenkrise-italien-wappnet-sich-gegen-das-griechen-virus-a-773777.html

Und man möge mir doch mal genau erklären wo der Unterschied zwischen Bertlesmann-Sprech 1934 mit „Juden-Plage“ und Bertelsmann-Sprech 2011 mit dem „Griechen-Virus“ liegt.

Wo sind die deutschen Journalisten die sich schämen wenn sie dieses Stück Propaganda ihrer Kollegen lesen?Wo sind die ehrenhaften Journalisten die sich trauen gegen diese Wahnsinnigen in aller Öffentlichkeit zu protestieren?Was tun und schreiben die Enkel der Nazi-Propagandisten von 1933-1945 die nicht nur durch ihren Hass und ihre Hetze Millionen von Juden auf dem Gewissen haben sondern auch 1,5 Millionen Griechen die in der Besatzungszeit 1941-1944 starben?Wo sind die Journalisten mit Anstand?Oder wird es irgendwann wieder heissen „wir wussten es nicht“?Wer wird ihnen dann noch mal und noch mal vergeben?

by Jose on 6. Juni 2012 at 22:56. #

Ich glaube nicht, dass Journalisten aus Ahnungslosigkeit oder Bosheit solche Stereotypen benutzen – zumindest nicht alle bei SPON, FTD oder FAZ. Die wollen wirklich, dass diese Austeritätsprogramme durchgezogen werden. Sie fordern das aber nicht weil sie glauben, dass solche Programme den Krisenländern irgendwie helfen. Diese Leute wollen den Euro loswerden und gehen davon aus, dass er auseinander fliegt oder zumindest alle Südeuropäer ausscheiden, wenn ihre Forderungen durchgesetzt werden.
Die Ahnungslosigkeit solcher Journalisten besteht in meinen Augen darin, dass sie anscheinend glauben (oder glauben wollen), Deutschland sei eine Art haushalts- und fiskalpolitischer Musterknabe und könne deshalb von einem Zusammenbruch des Euro in irgendeiner Weise profitieren. Vielleicht wollen sie aber auch nur in Talkshows eingeladen werden – als Propheten, die es schon immer gewusst haben.

by royse on 7. Juni 2012 at 09:34. #

Danke für diesen Blogbeitrag.

by innid on 7. Juni 2012 at 10:14. #

zum SpOn-teaser: ich habe den artikel nicht gelesen (ich lese den spiegel grundsätzlich nicht, der ist genauso widerwärtig wie bild), aber aus dem zitat kann ich deine folgerungen nur nachvollziehen, wenn ich dein ergebnis schon voraussetze.

so, wie’s da steht, heisst es für mich, dass spanien das gesicht wahrt, weil formal der wahlkampfparole genüge getan wird (gänzlich ohne zugeständnisse wird’s das geld ja eh nicht geben) und die „euro-retter“, weil sie formal nicht gegen die grundidee des schirmes verstossen: geld an staaten nur gegen verpflichtungen — das geld geht ja nicht an spanien, sondern den fonds.

aber auch aus dem restlichen text lässt sich die journalistische hauptmaxime ablesen: erst die these, dann die fakten. und wenn die fakten nicht passen, werden sie solange gebogen, gedreht und geschoben, bis sie passen.
aber das leistungsschutzrecht wird’s richten …

by puck of pook's hill on 7. Juni 2012 at 11:44. #

Entgegen dem, was ich oben geschrieben habe, glaube ich in Wahrheit eigentlich nicht, dass irgendjemand mit einem Hauch von Verstand glauben kann, dass die Programme der Troika in dem Sinne funktionieren, dass sie einem Land in der Krise helfen. Ich glaube nicht, dass es diese Theoretiker gibt – aber ich weiß, dass es eine starke Lobby derjenigen gibt, die an dieser Krise verdienen, so lange die verschuldeten Länder zugunsten ihrer Gläubiger ausgequetscht werden.

Doch, diese Leute gibt es – auch unter denen, die die Bankenrettungen kritisieren. .schließlich hat es Deutschland doch auch geschafft, nach einem „Tal der Tränen“.Oder aktuell Schäuble im Handelsblatt:

Wir haben es dort mit Anpassungskrisen zu tun. Wegen einer verfehlten Finanzpolitik und unterlassener Strukturreformen schrumpfen dort jetzt die Sozialprodukte. Aber schauen Sie auch mal beispielsweise ins Baltikum, da wurden noch tiefere Einschnitte vorgenommen. Sie müssen mal bei einer Euro-Gruppen-Sitzung dabei sein, wenn die Balten sagen: Na hört mal! Was soll die Kritik eigentlich? Wir haben ebenfalls schwierige Reformen gemacht, und es hat funktioniert.

Auch wer sich mit Großbritannien in den 1930ern beschäftigt, sieht, daß die „treasury view“ (die Gegenposition zu Keynes) nicht unbedingt durch ‚bösen Willen‘ im Schatzamt geprägt war. (Für die Chicago School würde ich da meine Hand jetzt nicht ins Feuer legen…)..Auch intelligente Menschen sind zu falschen Analogieschlüssen fähig, wenn sie ins eigene Weltbild passen!
Ansonsten full ack. Die Ahnungslosigkeit und Bösartigkeit ist aber nicht nur auf seiten der Medien – sondern auch auf seiten des Publikums!

by jo on 7. Juni 2012 at 13:37. #

Ich bin mir nicht sicher, ob jedenfalls die unter 50-jährigen Journalisten, die reihenweise in diversen Medien dieses bleierne Gerede mitmachen, neonationalistisch sind – aber das wär ein anderes Thema, und im Gegensatz zu Ihrem Papa rede ich in Ihrem blog eh manchmal viel zuviel^^.

Was haltet Ihr eigentlich von ePetitionen? Kann man naiv finden. So hat die erste, die >50 000 Stimmen erhielt – dann muß der Bundestag sich mit dem jeweiligen Thema befassen – nur zu einer Anhörung geführt, aber sonst bisher nichts verändert (bedingungsloses Grundeinkommen). Es gab allerdings ein paar Monate leichtes Medieninteresse.

Wenn wir, und das müßte doch selbst in diesem Medien-Einerlei möglich sein, 100 000 Stimmen für eine gute ePetition oder mehrere zustande brächten, würde die große Koalition aus CDU bis grün („Kompromiss“ für Fiskalpakt scheint heute „zu stehen“, meldet die ARD) leider auch nichts ändern. Es wär aber ein deutlich sichtbarer Widerstand gegen all dieses unerträgliche, grauenhafte, täglich wiederholte, säuische Geseier.

Es gibt bereits eine ePetition zum ESM, von einem freien Wähler aus München. Das aber klingt mir zu sehr nach „also da soll Deutschland *wieder* (???) für andere Staaten zahlen“… Und wenn man sich weblinks anschaut, kommt man schnell zum Bund der Steuerzahler…
Aber stattdessen eine gute Petition – was kann es schaden? Wär das nicht immerhin eine weitere Idee, auch wenn die Regierung sowas in einer Farce enden lassen würde?
Wir alle schreiben doch in diesem blog, weil wir insgeheim hoffen, es gäbe zumindest eine Million klar denkender, nicht vereinnahmter Menschen hier?

Ich weiß nicht, was Ihr darüber denkt. ixquickt^^ mal unter ePetitionen. Man registriert sich, und kann abstimmen, selbst eine Petition einreichen. Eine Demonstration mit 250 000 Leuten scheint weder erwünscht noch zur Zeit erreichbar – vielleicht klappte sowas? Just an idea.

by Georg Fries on 7. Juni 2012 at 14:55. #

Georg,

Petition ist gut, Demo auch. Aber was soll gefordert werden? Und dann die Frage: ist das, was gefordert werden soll, auch richtig? Wer kann für sich in Anspruch nehmen, die richtigen Positionen zu vertreten, wenn sich selbst Fachleute nicht einig sind?

Ich hab, ganz ehrlich, von all diesen Dingen nicht viel Ahnung. Ich lese viel dazu, und mit jeder weiteren Lektüre verschwindet ein Stück Gewissheit. Ich lese auch die Artikel z.B. von Jens Berger und wundere mich regelmäßig, wie sehr er davon überzeugt ist, es besser zu wissen als viele andere Wirtschafts- und Finanzexperten.

Mein Gefühl (nicht mein Wissen) sagt mir, wir müssen dringend die Stabilisierung der Staaten dem Zugriff der Finanzmärkte entziehen. Und ich bin wohl der gleichen Ansicht wie Michalis, dass erst die Finanz“märkte“ die großen Krisen befeuert haben. Man muss dieses Spekulantentum brutal eingrenzen, ansonsten ist Politik nicht mehr handlungsfähig.

Aber nochmal: das alles ist ein Gefühl, kein Wissen. Eine Petition kann ich daraus nicht basteln. Die Occupy-Bewegung ging ja in eine ähnliche Richtung und ist auch nicht sehr weit gekommen.

by theo on 7. Juni 2012 at 17:44. #

In der Ökonomie erst recht einer riesigen Ökonomie wie der europäischen geht es nur sekundär um Befindlichkeiten, sondern zuallererst um Ergebnisse und nackte Zahlen. Fakt ist jedenfalls, dass die Finanzierungsprobleme gehäuft in südeuropäischen Ländern auftreten. Fakt ist anscheinend auch, dass die ökonomische Integration solch verschiedener Volkswirtschaften inklusive ihrer verschiedenen Mentalitäten in einer Währung sehr viel schwieriger und komplexer ist und einen viel höheren Grad auch an politischer Integration erfordert, als man anfangs glaubte. Fakt ist auch, dass das selbst unter Schulden ächzende Deutschland nicht auch noch dauerhaft fast allein ganz Südeuropa mit finanzieren kann. Summa summarum: Eine ökonomische Gemeinschaft wird von ökonomischen Ergebnissen und nicht von Befindlichkeiten getragen. Die Befindlichkeiten und Einstellungen haben allerdings einen großen Einfluss auf die Ergebnisse.

by Michael on 8. Juni 2012 at 05:19. #

Meiner persönlichen Erfahrung nach ist ein Satz um den Faktor Null richtiger, wenn man ihn mit „Fakt ist“ beginnt.

Deutschland finanziert doch nicht Südeuropa. Im Moment würde man wahrscheinlich sogar sagen „ganz im Gegenteil“: http://www.economist.com/node/21556577

Und im ernst: es ist irre lustig, was man sich eigentlich vorstellt, wie Deutschland irgendetwas bezahlt wenn der Export wegbricht. In Wahrheit bezahlen nämlich alle anderen Länder Deutschland mit. Die Produktion ist im letzten Monat um 2,2 Prozent zurückgegangen, mit Binnennachfrage ist das nicht zu ersetzen.

by mikis on 8. Juni 2012 at 07:55. #

[…] Euro-Krise 2012. Nächster Gegner: die stolzen Spanier […] Nachdem die Griechen zu faul zum Arbeiten sind, sind die Spanier jetzt also zu stolz, um zu tun, was richtig ist. Ich nehme an, zu den Portugiesen, den Italienern und den Iren fallen uns auch noch rechtzeitig rassistische Erklärungen dafür ein, warum sie einfach nicht so funktionieren, wie die Welt nunmal funktionieren muss, weil wir sie hier so sehen. […] Ich erlebe seit Jahren, wie sich ein völlig realitätsfremdes Bild “der Griechen” heute bis zur gefühlten Wahrheit durchgesetzt hat. In Deutschland halten die Menschen die Griechen inzwischen für zu doof zum Wählen, und das ist einem völligen Versagen von Medien – also Journalisten – geschuldet. Was dann noch von den Ländern übrig bleibt, könnte nach dem Willen der Bundesregierung dann ja zum Beispiel als “Sonderwirtschaftszone” genutzt werden, also als Region, in der Unternehmen ohne störende Arbeitnehmerrechte und Umweltauflagen zu niedrigen Steuern produzieren können. Eine eigene Dritte Welt in Europa! Das sind doch mal Programme. Ich glaube, dass Journalisten, die in dieser Situation versuchen, die Krise mit ethnischen Stereotypen zu erklären, nicht nur falsch liegen, sondern unendlich ahnungslos sein müssen oder böse. Die Grenzen in dieser Krise verlaufen nicht zwischen Völkern, sondern zwischen denen, die an dieser Krise verdienen, und uns anderen, die wir dafür bezahlen. Es ist eine ekelhafte, neonationalistische Suppe, die da gerade angesetzt wird, und ich kann nur jeden Kollegen davor warnen, sich eines billigen, schlecht durchdachten Scherzes wegen dafür herzugeben. Ich bin sicher, wir werden in den nächsten Tagen und Wochen eine Menge symbolischer Matador-Bilder zu sehen bekommen. Und jedem einzelnen, der nationale Töne in diese Diskussion einzuspeisen versucht möchte ich sagen: Wir sind alle Griechen. Wir sind alle Spanier. Wir sind alle Iren. Wir sind alle Deutsche. Und ihr seid alle Arschlöcher. Quelle: Michalis Pantelouris […]

by Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website on 8. Juni 2012 at 08:01. #

„In der Ökonomie erst recht einer riesigen Ökonomie wie der europäischen geht es nur sekundär um Befindlichkeiten, sondern zuallererst um Ergebnisse und nackte Zahlen.“

Wir erleben jeden Tag, dass das Gegenteil der Fall ist.

by theo on 8. Juni 2012 at 11:11. #

Lieber Herr Pantelouris! Ganz vielen Dank für diesen Kommentar! Wenn ich den Großteil der deutschen Mainstreampresse lese, dann gehen mir immer die Kotzkübel aus. Höhepunkt bisher, dass Griechenland ein „failed state“ war. Vermutlich war niemand dieser Vollidioten in Griechenland, vermutlich auch nicht in Somalia. Aber Griechenland und Somalia haben definitiv weniger gemein als diese Art Journalisten mit einer Amöbe.

Solidarische Grüße!
http://www.facebook.com/Fiskalpakt

by Sozialdemokraten gegen den Fiskalpakt on 8. Juni 2012 at 15:24. #

Sehr geehrter Herr Pantelouris,

mit Freuden präsentiere ich Ihnen das nächste Arschloch: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/rettungsschirm-spaniens-stolz-11778271.html

An dieser Stelle wird’s schon beinahe irre:
„In der Währungsunion müssen für alle dieselben Regeln gelten. Es darf keine Mitglieder erster und zweiter Klasse geben, sortiert nach Größe des Landes oder Stolz seiner Bewohner.“

by Randle P. McMurphy on 8. Juni 2012 at 19:09. #

Auch ich finde, dass der Journalismus in Sachen Bankenkrise – Staatskrise – Eurokrise total versagt hat.

Heute las ich auf Spon einen Artikel, wie ein Jounalist sich lustig macht über die Unaufgeklärtheit der Bevölkerung im Münsterland in Sachen Europa-Krise.
Dabei haben alle Journalisten von Print bis TV fleißig an diesen Voruteilen, die Merkel über die Griechen auf ihren Reisen durch die Provinz erzählt hat.

Familie, Nachbarn, Freundeskreis, KollegenInnen, die nicht die nachdenkseiten lesen und sich auf ihre Tageszeitung, Wochenzeitung und dieTV_Nachrichten verlassen, sind falschinformiert. Das ist die Tragik.

Es ist schier unmöglich, in dieses Durcheinander eine klare, ehrliche Linie zu bringen. Sie glauben es nicht, weil in den Nachrichten doch gesagt wurde….

Und die Leitmedien verhalten sich nicht besser. Selbst in Artikeln, in denen nachweislich falsche Angaben gemacht werden, werden Kommentare dazu, die das richtig stellen, gar nicht veröffentlicht.

Diese Bundesregierung soll und muss auf jeden Fall für unfehlbar geschrieben werden.

by K.S. on 8. Juni 2012 at 19:58. #

Guter, interessanter Kommentar.
Klar, sparen wird die kaputte Wirtschaft nicht wiederbeleben – Probleme mit sehr hoher Jugendarbeitslosigkeit gab’s aber sowohl in Griechenland als auch in Spanien schon lange.
Das Problem liegt aber weit tiefer: Dank zunehmender Automatisierung muss nicht mehr jeder arbeiten, damit Wohlstand für alle erwirtschaftet wird. (Bejubelt man hierzulande als sinkende Lohnstückkosten.) Anders als früher ist aber einfach eine Steigerung des Wohlstandslevels langsam nicht mehr möglich wegen begrenzter Resourcen. Innerhalb des aktuellen Wirtschaftssystems lässt sich diese Problem m.E. höchstens kurzfristig lösen.
Und die aktuellen langsamen Rettungsaktionen haben hauptsächlich das Ergebnis, dass gut informierte Besitzer großer Vermögen Zeit bekommen, diese ins Ausland zu schaffen.

by meinereiner on 8. Juni 2012 at 20:44. #

spanien war nur vordergründig ein musterknabe, nämlich dann, wenn man nur auf die staatsverschuldung schaut. bezieht man die verschuldung der haushalte und die der unternehmen inkl. banken mit ein, steht spanien katastrophal da. und bei der verschuldung der beiden letzteren hat der staat fleißig mitgeholfen: einmal durch ermunterung der cajas zu einer völlig absurden kreditgewährungspraxis sowie durch erhöhung der bevölkerung mittels aufnahme und einbürgerung von immigranten aus lateinamerika: über 6 millionen in nur acht jahren, das sind mehr als 15% der spanischen bevölkerung. damit wurde die immobilienblase am laufen gehalten. und die sonstige binnenwirtschaft auch: essen, kleidung, möbel etc. jahr für jahr für eine million menschen mehr. der spanische staat konnte so tolle relationen erzielen. aufgebaut auf ein einwanderungsbedingtes schneeballsystem im bausektor.

by wsh on 8. Juni 2012 at 21:08. #

und hier eine übersicht über die lohnerhöhungen in spanien ab 2003, der helle wahnsinn, selbst in 2008 durchschnittlich 5,1% und in 2009 4,6%.

http://www.cincodias.com/articulo/economia/salarios-subiran-espana-46-2009-mercer/20080917cdscdieco_10/

by wsh on 8. Juni 2012 at 21:17. #

Zitat von mikis:
Deutschland finanziert doch nicht Südeuropa. Im Moment würde man wahrscheinlich sogar sagen “ganz im Gegenteil”: http://www.economist.com/node/21556577

Und im ernst: es ist irre lustig, was man sich eigentlich vorstellt, wie Deutschland irgendetwas bezahlt wenn der Export wegbricht. In Wahrheit bezahlen nämlich alle anderen Länder Deutschland mit

>>> ja irgendwie ahnte ich es ja schon immer. Griechenland und Spanien usw finanzieren in WIRKLICHKEIT uns. Ohne sie wären WIR das Armenhaus in Europa.

Bitte sagen sie mir, was sie rauchen oder trinken.
Das Griechenland z.B. seit mehr als 150 Jahren quasi ständig pleite ist, das ist ja auch sicher nur, weil sie anderen Ländern immer all ihr Geld geben, damit die schön leben können (insbesondere D. natürlich).

Ich habe ja schon viel Wahnhaftes gelesen und geglaubt, dass es nimmer schlimmer kommen kann, aber sie sind der Beweis, dass die Grenze nach unten weit offen ist.

Welche Autos, Handys oder andere nachgefragten Artikel produziert Griechenland nun gleich wieder mit deren Ertrag sie die Welt (insbesondere D.) retten?

by baba on 9. Juni 2012 at 09:28. #

[…] Quelle: Michalis Pantelouris […]

by Euro-Krise 2012. Nächster Gegner: die stolzen Spanier « linkepower on 9. Juni 2012 at 12:22. #

Zitat von mikis:
Deutschland finanziert doch nicht Südeuropa. Im Moment würde man wahrscheinlich sogar sagen “ganz im Gegenteil”:

Nur so viel: Wenn ich einen VW Golf kaufe, finanziere ich sicherlich nicht die Volkswagen AG. Damit erwerbe ich ein Produkt und mir gehört etwas, dass zu diesem Zeitpunkt (warum auch immer) diesen Preis hat. Mit finanzieren hat es zuerst einmal so herum nicht zu tun. Eher finanziert mit die VW Bank einen Kredit, wenn ich das Auto nicht gleich zahlen kann…
Die Finanzgeber der VW AG sind sicherlich andere Leutchen – die in dem Fall eher in der Hochfinanz, bei den privaten Eignern und am Aktienmarkt zu finden sind.

Der Aussage rein über den Export kann ich soweit folgen, dass die Nachfrage Eurolands Süden nachlässt und D das zu spüren bekommt – mehr aber auch schon nicht. Es findet eine globale wirtschaftliche Abkühlung (Ausnahmen wie immer) statt.

Das unter dem ganzen Austeritätsschwachsinn früher oder später jede Volkswirtschaft zusammenklappt ist seit über 70 Jahren bekannt und wird nur geflissentlich von der „Hochpolitik“ in Euroland „vergessen“.

Wer wen wie finanziert/wie die Schieflagen zu sehen wird und woher das Ungemach kommt – und auch warum & reine offizielle Zahlen:

http://www.querschuesse.de/griechenland-1715-bei-den-realen-arbeitnehmerentgelten-zum-vorjahresquartal/

http://www.querschuesse.de

Und es schmerzt diese aktuellen Statistiken zu lesen und zu versuchen sich vorzustellen, was das für die Menschen in den Ländern bedeutet, dieses in den Boden sparen und immer weiter machen müssen… Traurig ists einfach.

by dank on 10. Juni 2012 at 00:11. #

@baba

Es ist ein Märchen das die Südländer als Völker nicht mit Geld umgehen können.

Was die neoliberalen Medien tun ist eine Gehirnwäsche die aber nichts mit dem wirklichen Thema zu tun hat.Natürlich sind die neoliberalen Gangstersyndikate bemüht von ihren Verbrechen abzulenken und so schreiben Spiegel,Zeit,FAZ,BILD und alle die anderen System-Nutten nur von der „öffentlichen Verschuldung“ der Länder.Aber man liest NIE!!! was von den Schulden der Banken,der Unternehmen und auch der Haushalte.

Und wenn doch wie hier mal;

http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,792382,00.html

dann sieht man das z.B. die Griechen sehr niedrige Privatschulden haben.Und ungefähr genau so viele Gesamtschulden wie der Musterschüler Deutschland.

Und noch was!

Die Pleite-Griechen haben nicht nur die niedrigsten Privatschulden innerhalb der Eurozone sondern besitzen auch das vierfache!!! ihre Bruttosozialproduktes in Immobilien und Landbesitz.Man kann sie deswegen auch in Krisenzeiten nicht wirklich „in die Knie zwingen“ wie z.B. die Iren.

All das wird uns verschwiegen.

by Jose on 10. Juni 2012 at 13:08. #

theo on 7

Dich zu wundern, warum es Jens Berger entgegen der Expertenmeinung besser zu wissen glaubt setzt ja voraus, dass Du die Experten in keinster Weise anzweifelst. Ich bin auch noch nicht so lange dabei, aber habe schnell erkannt, dass hier zu Lande ein Doktor- oder Professorentitel kein Garant für Realität und Objektivität ist.
Eine infache Lösung für Deine Zweifel ist die Frage, wem nützt es. Hans Werner Sinn z.B. wird für seine „Forschung“ und „Meinung“ von der Industrie bezahlt.
Ist es nicht wahrscheinlich, dass dieser Professor nicht gegen die Interessen der Industrie forscht und meint?
Deutsche Wissenschaftler und Ökonomen sind heute weltweit isoliert. Das zu recherschieren ist mit Hilfe einer Suchmaschine nicht nur leicht, sondern steigert aus eigener Erfahrung das Wissen enorm. Und am Ende ist man sich sicher, die richtigen Fragen zu stellen.

by wetec on 10. Juni 2012 at 16:31. #

wetec:

Deine Logik ist für mich nicht nachvollziehbar. Die Gewissheit Jens Bergers in Frage zu stellen bedeutet doch keineswegs, dass ich andere Ökonomen für unfehlbar halte (ein wirklich merkwürdiger Schluss).

Ich halte zudem gar nichts von Pauschal-Urteilen und -Feststellungen. Der Satz „Deutsche Wissenschaftler und Ökonomen sind heute weltweit isoliert“ ist schon deswegen blanker Unfug, weil es auch hierzulande unter Ökonomen heftige Glaubenskriege gibt.

Wir werden diesen Krisen nicht sinnvoll beikommen, wenn wir nicht endlich die Dinge detailliert und differenziert beurteilen. Ein Schwarz-weiß-Denken hat noch nie geholfen.

by theo on 11. Juni 2012 at 12:10. #

Lieber theo,

verzeih, wenn ich Dir aus meiner Sicht etwas unterstellt habe, was aus Deiner Sicht nicht nachvollziehbar ist.
Deine Offenheit in Deinem Kommentar ist so selten, dass ich mich hingerissen fühlte, dem entgegen zu wirken, zumal ich die gleichen Zweifel hatte.
Die Ursache ist im Grunde der Kern dieses Artikels. Die Medien als 4. Kraft machen mit. Konzerne wie Springer oder Bertelsmann bestimmeren aufgrund ihrer medialen Macht das politische Geschehen der Republik. Und die sind durchweg profit- und machtorientiert. Schau Dich doch um, was dabei heraus kommt. Europa in Schutt und Asche. Kurzarbeit bei Ford in Köln, Werksschliessung bei Opel in Bochum, weil Südeuropa keine Astras und Fiestas mehr kaufen kann. Und jetzt, lieber theo, sollen das deutsche Ökonomen nicht wahrnehmen?
Keine Frage, es gibt auch in Deutschland kritische Köpfe und echte Querdenker. Nur tauchen sie in der Öffentlichkeit nicht auf.
Zweifelsohne könnte ich Dir heute, als einfacher Arbeiter, Geschichten erzählen, die Dir die Haare zu berge stehen liessen, aber ich will jetzt in dem festen Glauben schliessen, dass Du das auch selber hinkriegst. Frag Dich einfach nur, wem es nutzt. Wem z.B. nutzt es, wenn Banken sich bei der EZB Geld zu 1% Zinsen leihen, und das gleiche Geld, wohl wissend, den Kreditnehmer zu ruinieren, mit 6% Aufschlag an Spanien verleihen?
Nichts für Ungut.

by wetec on 11. Juni 2012 at 21:55. #

Der Merkel sollte man mit einem Rohrstock den Arsch verdreschen und dem Schäuble eins auf sein schiefes Maul geben für jeden müden €uro den die Dummköpfe rausgeschmissen haben!!

by Piper on 24. Juli 2012 at 16:43. #

Schluss aus. Der €uro ist pleite und die deutschen Bürger über Generationen verschuldet. Am besten wir überweisen unseren Lohn jeden Monat direkt nach Berlin an die Regierung, damit diese unser Geld aus dem Fenster schmeissen kann. Vielen Dank ihr CDU-Polit-Vebrecher Kohl, Waigel und Merkel!

by Tännchen on 27. Juli 2012 at 14:22. #

Die CDU-Gangster Kohl, Waigel, Merkel, Schäuble u.a.
gehören vor Gericht gestellt, weil diese bewusst gegen das Wohl des deutschen Volkes handeln und die Bürger belügen, betrügen und um ihr Hab und Gut bringen.
Der 50- €uro-Schein war bereits mit der kyrillischen Schrift gedruckt, als Griechenland, das einzige Land in der Eurozone, das diese Schrift verwendet, noch gar kein Mitglied war!

by Richter on 15. August 2012 at 16:08. #

„mit der kyrillischen Schrift gedruckt, als Griechenland, das einzige Land in der Eurozone, das diese Schrift verwendet“

herrlich 😉

by theo on 15. August 2012 at 18:42. #

Wir zahlen uns an Steuern und Abgaben an diesen Staat dusselig und dämlich. Die Merkel und der Schäuble schmeissen unser Geld mit vollen Händen zum Fenster raus und nennen das „ALTERNATIVLOS“. Es bleibt ganz sicher alternativlos, dass die Mitglieder dieser FDP/CDU Regierung eines Tages vor Gericht gestellt werden, um dafür bestraft zu werden!

by Gerechter on 20. August 2012 at 19:56. #

Ich verspreche hoch und heilig, nicht einmal mehr im Traum daran zu denken an einer Bundestagswahl teilzunehmen und meine Stimme der CDU, geschweige denn der FDP oder irgend einer anderen Jammertalpartei zu geben. Es ist unglaublich wie diese Politik-Banditen die Inszenierung um das nicht durch das Volk legitimierte Kohl-Waigelsche €uro-Spielgeld betreiben. Ja, Kohl hat versprochen, der €uro wäre so stark wie die DM. Das stimmt. Das Ersatzgeld ist jetzt genauso viel wert wie die DM, nämlich eins zu eins. In naher Zukunft wird dieser Schei߀uro nur noch 50 Pfg. wert sein.

by Wilder on 7. September 2012 at 13:15. #

Wir Bürger wollen den ESM-Schirm nicht! Wir sind nicht dazu da, anderen Ländern einen feinen Lenz zu bieten. Wir arbeiten wie die Blöden, die Merkel und der Schäuble schmeißen unser Geld zum Fenster raus. Das gehört uns für Kindergärten, für Lehrer, für Schulen, für Universitäten, Fachhochschulen, Berufsschulen, Krankenhäuser, Umwelt, Theater, Sportstätten usw. Muß man das diesen Politikeridioten denn immer wieder sagen?! Oder wollen die das nicht begreifen und sind einfach zu dumm?
Diese Politbanditen gehören vor Gericht gestellt, weil sie nicht mehr das Wohl der Republik und des Volkes
vetreten.

by Dauerlutscher on 27. September 2012 at 16:44. #

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