Meine Mischung

Die großartigste, bestbezahlte Fähigkeit im Magazinjournalismus, die letztlich über Erfolg und Misserfolg entschieden hat und Karrieren begründet, ist die Fähigkeit, das herzustellen, was Tina Brown „The Mix“ genannt hat. Und zumindest zu ihrer Zeit als Chefredakteurin der amerikanischen „Vanity Fair“ gab es niemanden, der eine spannendere, besser funktionierende Mischung gefunden hat als sie – zwischen hart und weich, lang und kurz, traurig und lustig, glamourös und mitfühlbar. Jedes Heft musste immer schon ein bestimmtes, wiederkehrendes Gefühl herstellen, um befriedigend für den Leser zu sein, so wie es jede Fernsehserie muss, jeder Roman, jedes Paar Schuhe. Aber die größte Kunst war immer, ein bestimmtes Gefühl herzustellen über das ganze Leben. Nicht im „Special Interest“, wo die Lebensgefühle der Golfer, Taucher oder – wie heute bei Brand Eins – derjenigen abgebildet und befriedigt werden müssen, die unter Wirtschaft mehr verstehen als die Zahl, die am Ende dabei herauskommt. Die Königsdisziplin war das Leben der Masse, der Vielen, der Lieschen Müllers. Wer die Bedürfnisse der Masse befriedigen kann, der wird reich, berühmt und mächtig. Wer die geheime Formal kennt für den „Mix“, der war ein gemachter Chefredakteur. „Meine Mischung“ weiterlesen

Bitte erhalten Sie diesen Journalismus!

Bei der 60-Jahr-Feier der Deutschen Journalistenschule (DJS) gab es auf dem Podium ein Zauberwort, um das letztlich all die großen und kleinen Reden kreisten: der Qualitätsjournalismus, oder besser: der Erhalt desselbigen. Die Sprache war defensiv. Da musste eben „erhalten“, „gerettet“, „geschützt“ werden – während gleichzeitig das Vorstandsmitglied des Schulvereins Prof. Dr. Hubert Burda in seiner Eigenschaft als Präsident des Verbandes der Zeitschriftenverleger den Manteltarifvertrag für Redakteure kündigen ließ und sich danach beschwerte, die Suchmaschinen verdienten unverhältnismäßig viel an journalistischen Inhalten.Der Erhalt der Branche sollte ein „Selbsterhaltungstrieb des Rechtsstaates“ sein. Die Gemengelage der Medienreden des Tages könnte man so zusammenfassen: Damit die Demokratie funktioniert, sollen Journalisten in Zukunft sehr billig sehr guten Journalismus machen, mit dem dann bitte vor allem „die Branche“ nach Definition der Zeitschriftenverleger verhältnismäßig viel Geld verdienen soll. Und warum sollte man das auch nicht fordern: So ist es schließlich bisher gewesen. Ich habe allerdings das bestimmte Gefühl, dass es in Zukunft anders sein wird. Und wir sind daran natürlich nicht unschuldig. „Bitte erhalten Sie diesen Journalismus!“ weiterlesen

Die Daily Show bei der NYT

Kennen wahrscheinlich schon wieder längst alle, aber ich habe richtig gelacht.

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
End Times
www.thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political Humor Newt Gingrich Unedited Interview


Kurz gesagt

Der wunderbare, unübertroffene New Yorker hat als wohl erstes Magazin der Welt diese Woche ein Cover, das komplett auf New Yorkereinem iPhone gemalt wurde. Das App heißt Brushes und kostet 3,99. Und macht süchtig.


Qualität ist der beste Kopierschutz

Seit einer Woche gibt es ein neues Magazin auf dem Markt, Quality, und der Ansatz ist natürlich richtig: Quality versucht sich in eQualityiner Hommage an das Gediegene, Echte, Handgemachte. Und das sieht erst einmal gut aus, was bei Magazinen ja tatsächlich ein Merkmal für Qualität ist. Insofern: herzlichen Glückwunsch! Zu meckern gibt es trotzdem noch eine Menge. Aber auch das gehört so. „Qualität ist der beste Kopierschutz“ weiterlesen