Für diesen Text bin ich aus der SPD ausgetreten

In der dunkelsten Stunde der letzten Jahrzehnte in den Beziehungen zwischen den Ländern, die ich beide Heimat nenne, konnte man das wenige, was leuchtete, besonders gut erkennen. In einem Moment im Frühjahr 2010, in dem in Griechenland die Moral der Bevölkerung am Boden lag, in dem die vielen persönlichen Katastrophen des finanziellen Bankrotts sich mit der großen, nationalen Schande des Versagens der Organe der Gesellschaft mischte, in dem sich zu dem Schaden noch die Demütigung mischte, schickte der deutsche Bundestagspräsident Norbert Lammert seinem griechischen Amtskollegen einen aufmunternden Brief, in dem er Respekt ausdrückte vor der gigantischen Anstrengung, die das Land unternahm. Respekt. Vor Menschen, die leiden. Die Schwierigkeiten zu überwinden haben. Norbert Lammert schrieb auch, dass wahrscheinlich mancher hämische Kommentar in deutschen Medien unterblieben wäre, wenn Deutschland ähnliche Herausforderungen zu meistern hätte wie das gigantische griechische Sparpaket mit seinen brachialen Einschnitten. Respekt.

Ich erinnere mich sehr gut an diesen Moment. In dem damals herrschenden Trommelfeuer der Demütigungen, die auf Griechen auch in Deutschland niederprasselten, war das ein kurzer Augenblick des Aufatmens. Wir Griechen hier haben uns selten beschwert, weil wir immer mit dem Bewusstsein beladen sind, dass es uns ja nicht wirklich schlecht geht. Schlecht geht es meiner Schwester in Athen, die mit so viel weniger auskommen muss. Meiner Tante, deren Töchter ausgewandert sind, weil es zuhause keine Arbeit gibt. Den Millionen, die nicht wissen, wie lange sie noch in ihrer Wohnung bleiben können, wo sie sonst hinsollen, was es morgen zu essen gibt. Wir Griechen in Deutschland stehen nicht wie zehntausende in Athen bei den Suppenküchen an, aber das heißt nicht, dass wir hier die Beleidigungen nicht gehört und gelesen haben, die Verzerrung der Wahrheit, die Lügen, den Hohn, den Hass. Jeder einzelne von uns mit einem griechischen Namen hat im besten Fall nur jeden Tag schlechte Witze gehört, immer und immer wieder, im schlechteren Fall auch Schlimmeres. Als leidlich öffentlicher Grieche war mein Mail-Eingangsfach da wahrscheinlich ziemlich repräsentativ. Ständiger, dauernder Hohn tut weh. Er schmerzt besonders, wenn er auf Lügen beruht, wie in diesem Fall. Auf der Kampagne der BILD-Zeitung zum Beispiel, deren Hetz-Kampagne man in dem Leitsatz zusammenfassen könnte, für die Rettung Griechenlands „sollte uns jeder Euro zu schade sein“. Wie gesagt, man könnte sie so zusammenfassen, wenn die BILD es nicht selbst schon getan hätte. Rolf Kleine hat das so in der BILD geschrieben, nur natürlich in Versalien. Für die Rettung „sollte uns JEDER EURO zu schade sein“.

Rolf Kleine ist der neue Sprecher des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück.

Lammerts Brief, jenes kurze Aufblitzen von Respekt gegenüber den von der BILD längst entmenschlichten „Pleite-Griechen“, für deren Rettung JEDER EURO zu schade sein sollte, kam von einem politisch ziemlich unabhängigen Geist. Denn es war einigermaßen klar, dass deutsche Mandatsträger, die nicht im Gleichschritt mit Springers Propaganda auf die Griechen eindroschen, mit schlechter Presse zu rechnen hatten. FDP-Hinterbänkler wie der im wahren Leben fast karikaturesk unwichtige Frank Schäffler wurden von BILD zu „Finanz-Experten“ aufgeblasen, wenn sie den Verkauf griechischen Territoriums forderten (arme Länder haben in der FDP-Logik offenbar kein Anrecht auf Staatsgebiete), und so hochgeschrieben, dass zum Beispiel Schäffler sich zwischenzeitlich selbst super genug vorkam, um seine ganze Partei per Mitgliederentscheid zum Massenselbstmord aufzufordern (oder so ähnlich, ich will mich da gar nicht genauer dran erinnern). Gleichzeitig waren selbst deutsche Botschafter vor dem Zorn der BILD nicht sicher und wurden niedergeschrieben, wenn sie nett zu Griechen waren.*
So traf es auch Lammert. Natürlich ist es selbst für die BILD-Zeitung schwierig, Menschen dafür zu kritisieren, dass sie andere Menschen wie solche behandeln, selbst wenn es nur Pleite-Griechen sind. Deshalb musste der mit dem Gegenangriff beauftragte Redakteur, der Leiter des Parlamentsbüros Rolf Kleine, zunächst einmal die Realität verändern und behaupten, Norbert Lammert habe sich bei den Pleite-Griechen für die Berichterstattung in deutschen Medien entschuldigt.

Ganz Europa sorgt sich über die desaströse Finanzlage Griechenlands und die Stabilität des Euro – und was macht unser Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU)?

Er entschuldigt sich in einem Brief an den griechischen Parlamentspräsidenten Philippos Petsalnikos für „manche hochmütige Aufforderung deutscher Politiker zur Kurskorrektur“ und „hämische“ Kommentare „in deutschen Medien“.

ABER WEN MEINT ER DA BLOSS?

Doch wohl nicht etwa die Forderung von Politikern in BILD-Interviews, dass Griechenland auch Staatseigentum privatisieren solle – zum Beispiel Inseln?

Und später im selben Text

Und zum Lob für die Griechen. Lammert schreibt („Sehr geehrter Herr Präsident“): „Mir imponiert der Ernst und der Mut, mit dem verantwortliche Politiker in Ihrem Land nun an jahrelang verschobene und verdrängte Probleme herangehen.“

Damit meint er wohl: Korruption, unglaublichen Schlendrian und die Verschwendung von Milliardenbeträgen…

Selbst die Anrede „Sehr geehrter Herr Präsident“ für einen griechischen Parlamentspräsidenten ist Kleine offensichtlich zuviel des Respekts für einen dieser … dieser … wie würde Kleine sie nennen? Was genau denkt man über die Menschen eines natürlich armen aber doch immerhin demokratischen europäischen Landes, wenn man der Meinung ist, der Parlamentspräsident verdiene eigentlich die Anrede „Sehr geehrter Herr Präsident“ nicht? Ich will mich nicht in einer Klammer in einem einzelnen Text verhaken, aber ehrlich: Was genau ist an dieser Haltung nicht schlicht und einfach Hetze?

Aber was genau erwarte ich von einem der Autoren des Instant-Klassikers des modernen Hetzjournalismus mit dem Titel „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen… und die Akropolis gleich mit!“ Doch, auch dieser Text ist von Kleine als einem von drei unterzeichnenden Autoren. Er enthält auch die Sätze „Ihr kriegt Kohle. Wir kriegen Korfu.“

Dieser Rolf Kleine ist jetzt Sprecher von Peer Steinbrück.

Die Botschaft seines Briefs an Lammert damals jedenfalls war klar: Wer als Politiker in Deutschland damals auch nur so viel Respekt für einen Griechen zeigt, dass er ihn mit seinem korrekten Titel anspricht anstatt mit „Pleite-Grieche“, der wird von den Meinungs-Schlägern der BILD-Kommentarspalte niedergemacht und muss mit ihrer Feindschaft rechnen. Es reichte ihnen einfach nicht, einen Hetzmob gegen die Pleite-Griechen aufzuführen, sie mussten auch noch die Ersthelfer bedrohen, die wenigstens ein bisschen Linderung bringen wollten. Jeder Hauch, jeder Anschein von Respekt für diese … diese Art Wesen, die ein Pleite-Grieche noch ist, musste unterbunden werden. Und diesen Job übernahm hier Rolf Kleine.

Rolf Kleine ist der neue Sprecher des Kanzlerkandidaten der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, und damit auch einer seiner wichtigsten Berater. Ganz offensichtlich hat die Panik Peer Steinbrück in dieser Phase des Wahlkampfes ergriffen, in dem es für ihn eher schlecht läuft, und er hat sich einen – wie sagt man? Haudegen? Mann fürs Grobe? Kommunikationsexperten? – jedenfalls Rolf Kleine ins Team geholt, obwohl das, wofür Kleine zum Beispiel in Fragen der Euro-Rettung steht, in Inhalt und Form nicht mit dem übereinstimmt, was Sozialdemokraten in diesem Land sonst so tun. Für Peer Steinbrück darf man ganz offensichtlich ein Schwein sein, so lange man sein Schwein ist. Ich finde diesen Zynismus unerträglich.

Jetzt kommt der Satz, für den ich aus der SPD ausgetreten bin:

Ich möchte nicht, dass Peer Steinbrück Bundeskanzler wird – weil ich ihn wegen der zynischen, „der Zweck heiligt die Mittel“-pragmatischen, die sozialdemokratischen Tugenden verachtenden Entscheidungen, die er hier unter Druck trifft, für ungeeignet halte, das Land zu führen.

Selbstverständlich würde ich von jedem Genossen, der so etwas denkt erwarten, dass er es zumindest bis nach der Wahl bitte höchstens im kleinen Kreis äußert. Öffentlich wäre so ein Satz, von einem Genossen ausgesprochen oder wie hier öffentlich geschrieben, aus meiner Sicht parteischädigend. Das gehört sich nicht. Es ist unsolidarisch. Ich würde einen solchen Genossen zur Ordnung rufen und ihn bitten, bis nach der Wahl einfach ein bisschen still zu sein. Alle anderen Genossen arbeiten so hart an dem Erfolg, dass es unfair ist, ihn durch solche Alleingänge zu beschädigen. Das finde ich tatsächlich. Und halte mich selbst nicht dran.

Denn in diesem ganz bestimmten Fall kann ich nicht schweigen. Ich kämpfe seit Jahren öffentlich gegen Typen wie Rolf Kleine. Ich kann nicht monatelang darüber schweigen, dass ein Mann, der dann auch mit meiner Unterstützung Kanzler der Bundesrepublik werden will, sich einen Mann ins Team holt, der genau das tut, was ich bekämpfe.

Deshalb bin ich aus der Partei ausgetreten, die ich nach wie vor für das Beste halte, was diesem Land politisch in den letzten 150 Jahren passiert ist. Die SPD ist Teil des demokratischen Rückenmarks dieses Landes, mit hunderttausenden großartigen Genossen, die für ein einziges Ziel in die Partei eingetreten sind, nämlich daran zu arbeiten, dass dieses wunderbare Land immer noch besser wird. Und in 150 Jahren stand diese Partei am Ende doch immer auf der richtigen Seite, auch das ist etwas, das man erstmal schaffen muss. Die Ziele der Sozialdemokratie sind gleichzeitig visionär und an den Realitäten orientiert, und deshalb in jeder Zeit wieder aufs Neue geeignet, die Veränderung hin zum Besseren zu unterstützen. Außerdem muss man sich ja irgendwo engagieren, nur meckern hilft ja nicht, und da kann man es wirklich schlechter treffen als bei der SPD (hatte ich Frank Schäffler erwähnt?). So viel dazu.

Das ist mein Dilemma. Ich kann nicht schweigen an diesem Punkt. Seit dem öffentlichen Ausbruch der griechischen Krise arbeite ich politisch engagiert und sehr öffentlich daran, die deutsch-griechischen Beziehungen zu erhalten, zu retten und neu aufzubauen, vor allem dadurch, dass ich die Lügen, die absichtlichen und unabsichtlichen Fehler und Fehlinformationen bekämpfe, mit denen im Großen wie im Kleinen das, womit ich mich als geborener Europäer verbunden fühle, zerstört wird. Rolf Kleine ist in dieser Auseinandersetzung genau die andere Seite. Ich werde keine Sekunde lang mit ihm gemeinsam Wahlkampf für einen Mann machen, der glaubt, dass es okay ist, Rolf Kleine zu einem wichtigen Mitglied im Team zu machen. Ich könnte das vor mir selbst nicht rechtfertigen. Aus einem einzigen Grund: Es wäre falsch.

Gleichzeitig möchte ich aber auch sagen, was dieser Text alles nicht ist: Er ist kein Hinweis auf eine Stimmungslage irgendwo innerhalb der Partei in Hinblick auf den Kandidaten Peer Steinbrück. Die einzige Stimmung, die er zeigt, ist meine.

Ich bin mir außerdem sicher, dass es viele geben wird, die mich erstens für naiv und zweitens für einen beleidigten Griechen halten werden. Das bleibt ihnen überlassen, aber meine Erfahrung sagt mir ganz persönlich, dass der weit, weit, weit überwiegende Teil von Politik in meiner ehemaligen Partei von Menschen mit klaren Werten und klaren Grenzen gemacht wird, die eben nicht alles mitmachen, nur um Macht zu erlangen oder zu erhalten. Und ja, es ist ein Zufall, dass es gerade mein politisches Thema der letzten Jahre ist, bei dem Kleine sich aus meiner Sicht zu einem in Inhalt und Form unsäglichen Hetzer aufgeschwungen hat, aber ich finde nichts falsches daran, dass ich als Deutsch-Grieche die deutschgriechischen Beziehungen zu meinem Thema gemacht habe. Ich finde es auch nicht zu viel verlangt, dass ein SPD-Kanzlerkandidat eben keinen Hetzer zum Sprecher macht. Man schränkt die Auswahl nicht unerträglich ein, wenn man verlangt, dass ein potenzieller Regierungssprecher wenigstens den Parlamentspräsidenten befreundeter Staaten nicht absprechen sollte, dass man sie mit „Sehr geehrter Herr“ anspricht (sofern sie Männer sind).

Es tut mir wahnsinnig weh, mein politisches Engagement in der SPD zu beenden. Ich habe viel Zeit und Kraft hinein investiert. Ich habe großartige Menschen aus allen Bereichen des Lebens kennengelernt, wo gibt es das denn sonst noch? Ich musste jetzt gleichzeitig als Distriktsvorsitzender des schönsten Hamburger Distriktes zurücktreten, Altona-Altstadt, einem Distrikt mit einer großen und stolzen sozialdemokratischen Tradition. Ich lasse also auch organisatorisch eine Lücke, die nun andere schließen müssen, die selbst schon genug zu tun hatten. Auch das schmerzt und tut mir leid. Aber ich habe Grenzen.

Lieber wäre mir gewesen, Peer Steinbrück hätte welche.

*Lustige Geschichte: In der Tiefgarage des Hauses, in dem der griechische Botschafter in Berlin lebt, fotografierte in der Zwischenzeit ein BILD-Mitarbeiter geparkte Luxusautos in der Hoffnung, eins davon gehöre dem Botschafter. Da könnte man doch noch eine Verschwendungsgeschichte draus machen! Leider gehörten die dann alle einem Händler, der auch im Gebäude wohnte.

160 Antworten auf „Für diesen Text bin ich aus der SPD ausgetreten“

  1. Nicht, dass ich die SPD noch in irgendeiner Form für besonders unterstützendwert halte – die Chance hat sie seit Schröder erstmal vergeben und es wird noch eine Weile dauern bis genug Gras darüber gewachsen ist – nur was bringt Ihnen ein Parteiaustritt? Sie können doch dadurch nicht mehr mitbestimmen und tatsächlich etwas ändern. Das ist generell das Paradoxe an Austritten. Man will etwas verändern, nur ist das von außen viel schwieriger als von innen. Vielleicht hätten Sie sich erst deutlich Gehör verschaffen müssen, danach kann man immer noch über einen Austritt nachdenken.

  2. @Horst
    „Wenn du dich mit dem Teufel einlässt verändert sich nicht der Teufel – der Teufel verändert dich.“

  3. Ich beziehe mich auf einen anderen Kommentar:

    „Übertrieben finde ich allerdings, aus der SPD auszutreten wegen einem Sprecher, an den sich (wie heute an Sarrazin) 2014 kein Mensch mehr erinnern wird.
    Dieser Schritt ist zwar konsequent und nachvollziehbar, aber zu kurz gedacht.“

    Ja, fand ich auch. Selbst als Grieche. Daher glaube ich, dass da noch anderer Frust dahinter steckt und das nur der letztendliche Auslöser für den Austritt war.

  4. Respekt vor dieser Entscheidung. Seien Sie bitte versichert, Herr Pantelouris, dass es auch jede Menge Deutsche gibt, die offene Anteilnahme für die Menschen in Griechenland haben, die ihre Arbeit, ihr Haus und vielleicht auch ihre Familie verloren haben oder davon bedroht sind. Auch wenn man dafür wieder als „Gutmensch“ beschimpft wird – als ob das was Schlechtes ist.

    Hinter der Häme der Stammtisch-Proleten steckt vermutlich oft nur die unterschwellige (und sehr begründete) Angst, dass es ihnen in naher Zukunft genauso gehen könnte. Sozialen Abstieg, Niedriglohn und Arbeitlosigkeit gibt es auch in Deutschland, und das zunehmend (hier würde ich mir allerdings wünschen, dass dies mehr in den griechischen Medien kommuniziert wird, weil man da manchmal den Eindruck hat, dass die meisten Griechen glauben, kein Deutscher wäre arm).

  5. Austreten tun wohl immer die, die drin bleiben sollten. Aber die die drinbleiben, sagen leider nix…
    Wer Gerhard Schröder immer noch als Staatsmann feiert, während Tausende für ihre Arbeit nicht mehr bezahlt werden, ohne mit der Wimper zu zucken, Löhne steuerfinanziert werden, das öffentliche Gemeinwesen zugunsten von Wirtschaftsbossen und Börsianern ausverkauft wird, Infrastruktur für Projektitis, Studien, Beraterlobbies zerstört wird, Armustberichte öffentlich gefälscht, eine „Arge“ aus Arbeitsämtern gemacht wird, die wirtschaftlich Schwache noch als „Kunde“ verhöhnt, ist der sozialdemokratisch? Dieser Mann vom Staatsmann zum Gasmann, also dem mutiert, was er wirklich ist, gehörte eher vor den Kadi, als ein Ex-Bundespräsident. Doch ihr feiert ihn auch noch.
    Gemeinsames Lügen offenbar. Wieso wollt Ihr eine Alternative zum Blubber Angela Merkels sein?

  6. Auch wenn ich große Teile des Inhalts Ihres Textes teile, so frage ich doch: warum erst jetzt? Konnte man nicht vorher schon deutlich erkennen, dass die Aussage die SPD sei „das Beste, was diesem Land politisch in den letzten 150 Jahren passiert ist“ zumindest für die letzten 15-20 Jahre nicht stimmt? Und auch davor hat die SPD so manches beschlossen oder mitgetragen, bei dem echten (Sozial)Demokraten nicht nur mit den Zähnen knirschen mussten. Stichworte u. a. Radikalenerlass, NATO-Doppelbeschluss, das massive Eintreten für Atomenergie (was letztlich zur Gründung der Grünen führte), Zustimmung zur Änderung des Asylgesetzes usw. usf.
    Die SPD hat, wann immer sie an der Regierung im Bund beteiligt war oder diese führte, versucht, die bessere CDU zu sein. In jüngster Zeit bemüht sie sich auch noch ein wenig neoliberaler als die FDP zu sein. Es gab m. E. daher über die Jahre sehr, sehr viele Gründe diese Partei nicht zu wählen – auch wenn einem letztlich die wählbaren Parteien mehr und mehr abhanden kommen – , diese Partei nicht über die politischen Wettbewerber zu stellen, den aktuellen Kandidaten nicht zu unterstützen, mit dem die SPD eh nur auf Platz setzt, weil sie sich einen anderen Erfolg als den eines Platzes im Koalitionsbett von CDU/CSU gar nicht erhofft oder gar vorstellen kann. So gesehen sind Sie mit Ihrer berechtigten Kritik an der Berufung von R. Kleine und Ihren Konsequenzen daraus ziemlich spät dran. Sie werden mit der Zeit feststellen, dass der Trennungsschmerz gut beherrschbar ist und sich vielleicht irgenwann fragen, warum sie diese Partei je unterstützt haben.

  7. @Jose:
    Der von Ihnen verlinkte Artikel lässt einen ja mit mehr Fragezeichen als sonst was zurück.
    1) Genau wegen des Problems unzureichender Renten wurde ja die Grundsicherung eingeführt. Von wem? Na von der SPD.
    2) Nur weil jemand weniger als 700€ gesetzliche Rente kriegt, muss er noch lange nicht arm sein. Gerade die betroffenen Westrentnerinnen haben häufig wenig bis gar nicht gearbeitet, weil der Mann gut verdient hat.
    3) Sehr viele Rentner kriegen Betriebsrente oder haben anderweitige Ansprüche. Meine Mutter, eine der „Armutsrentnerinnen“ aus der Statistik mit unter 700 € gesetzlicher Rente, kriegt ungefähr nochmal soviel aus der ZÖD und verfügt damit über ein Einkommen, das so mancher Arbeitnehmer aus meiner Generation mit einem Vollzeitjob nicht schafft – und das, obwohl sie während ihrer Ehe jahrzehntelang ncihts in die Rentenversicherung eingezahlt hat.
    Die Wahrheit ist, dass für die derzeitige Rentnergeneration Altersarmut kaum ein Problem ist. Die wird noch zum Problem, wenn die Generation Prekariat in Rente gehen will. Ein viel größeres Problem ist derzeit Kinderarmut.

  8. “Übertrieben finde ich allerdings, aus der SPD auszutreten wegen einem Sprecher, an den sich (wie heute an Sarrazin) 2014 kein Mensch mehr erinnern wird.“

    Die Menschen, die von Sarrazins Verbalattacken betroffen waren, erinnern sich ganz bestimmt noch, und auch daran, wieviel Zustimmung er dafür bekam. Nur weil es keinen Nachrichtenwert hat, heißt es nicht, dass es nichts zu bedeuten hat.

  9. wer nach Schröder und Sarazin – erstere hat den funktionierenden Sozialstaat verkauft und letzterer Mein Kampf 2 geschrieben – dieser miesen Bande trotzdem noch die Treue hält, ist verurteilenswerter als die Müntefering, Schröders, Steinbrücks und Steinmeiers…Merke: Such ein Hitler und Stalin hätten ohne Mitläufer nichts werden könnnen.

  10. Ich bin Mitglied der LINKEN und ehemaliges SPD-Mitglied. Ich möchte dennoch (angesichts der Alternative), dass Steinbrück Kanzler wird (mehr wahrscheinlich als er selbst), auch wenn ich seine Partei nicht wählen werde. Und ich halte die SPD nicht (mehr?) für das Beste, was diesem Land in den letzten 150 Jahren passiert ist. Ansonsten: 100% Zustimmung zu Ihrem Text.

  11. Sehr geehrter Herr / lieber Kollege/Genosse Michalis Pantelouris,

    über eine facebook-Eintragung wurde ich auf Ihren/Deinen Text aufmerksam.
    Als ehemaliges SPD-Mitglied (Austritt vor gut 10 Jahren) bezeichne ich mich heute gern als „bekennend parteilosen linken Sozialdemokraten“ und kann ALLE Deine Argumente – sowohl diejenigen für die SPD als auch diejenigen für den Austritt – nachvollziehen und teilen.
    Was ich immer noch hoffe, ist: dass sich SozialdemokratInnen (innerhalb und außerhalb der SPD) stärker einbringen – in die SPD selbst, in Gewerkschaften (so in meinem Fall) und in viele andere gesellschaftliche Bereiche.

    Mit den besten Wünschen
    Bernhard Pfitzner

  12. Wenn dieser Herr Kleine die SPD und Herrn Steinbrück retten soll aus ihrem selbstverschuldeten Umfragetief, wie weit, frage ich, ist diese Partei dann schon abgesunken. Kleine hat nicht nur die Griechen empört, auch viele Deutsche haben sich von diesem widerlichen Bashing nicht anstecken lassen. Dass Kleine die primitivsten Stammtischparolen in seiner Blödzeitung der Springerfresse verbreitete, zeigt, dass Steinbrück jedes Maß verloren hat und den Bock zum Gärtner machen will. Ich wähle weder ihn noch Merkel, aber ich wähle seit Schröders/Clements/Münteferings Zeiten bewusst links. Und hoffentlich viele weitere ebenso.

  13. Danke für diesen Artikel. Ich fand es schon seltsam, dass sich Peer Steinbrück einen Mensch mit Vergangenheit beim Bild holt. Aber dass es so schlimm ist, wusste ich nicht.
    Und den KritikerInnen des Parteiaustritts von M. Pantelouris sage ich nur: Eine Partei von innen heraus zu verändern, ist ein unsagbar mühsamer und aufwendiger Weg. Wenn schon bei der Auswahl des Beraters des Kanzlerkandidaten solche peinlichen Pannen passieren, wo soll man denn da anfangen?

  14. Da hilft es nur Die Piraten zu wählen, bis die genug Erfahrung gesammelt bekommen Paroli zu bieten!

    Ich erwarte in ca. 5 bis 8 Jahren Erfolg bei den Piraten. :o)

  15. @Ossi

    Was genau an meinem Link „wirft Fragen auf“?

    50% aller deutschen Renten liegen unter 700 Euro.Bereits jetzt.Nicht erst in 10 oder 20 Jahren.Davor hat schon Norbert Blüm in den 80ern gewarnt.Fakt.Was noch?

    Sie müßten mir mal mit Zahlen kommen.Wie veiel Rentner bekommen noch Zuschüsse?Wie viele sind „nur Ehepartner“?Also die Ehefrauen von „reichen Rentnern“?Und wie viele von diesen „Ehefrauen“ müssen mit ihrer Geringrente auskommen wenn dann der Ehemann stirbt?Wieviel bleibt denn von 700 Euro wenn man in der Stadt wohnt,Miete,Strom,Heizung und Telefon abzieht?

    Aber die 2 Millionen Bundesbürger die auf die Tafeln angewiesen sind hungern ja auch nicht.Die gehen nur zum Spass dahin und weil sie sich das Zigarettengeld sparen wollen.Habe Ich alles hier schon gehört.

    Nach dieser sehr komischen Sichtweise kann man auch die Griechen und die Spanier wieder extrem reich rechnen.Von denen hat ja fast jeder sein eigenes Haus.Eigenen Garten.Muss ja auch nicht in Urlaub fahren.Kriegen ein paar hundert Euro Rente.Blabla..

    Wenn Ich ehrlich bin nervt mich langsam diese deutsche Unart immer brav zu sein bis es zu spät ist.Immer still zu sitzen.Jeder idiotischen Propaganda im Fernsehen zu glauben.Man verarmt Euch genau so wie uns im Süden.Aber in Spanien oder in Griechenland gehen wir auf die Strasse während Ihr immer noch zu seht wie sie Euch ausrauben.

    Und noch was.Die „Pleite-Griechen“ kroiegen keinen Cent der „Rettung“ auf die man in den deutschen Propaganda-Tools so stolz ist.Da geht jeder Cent an die Banken.Aber das verschweigt man Euch auf Spiegel-Online und in der Bild so wie so.

  16. @Jose on 18. Juni 2013 at 17:44

    Dein Link wirft die Frage auf, weswegen Du dich in dieser Sache auf die BILD berufst, dessen Inhalt schon längst von BildBlog widerlegt wurde!

  17. Wenn ich nicht bereits vor vielen Jahren aus der SPD ausgetreten wäre, spätestens jetzt wäre dieser Schritt erfolgt. Habe ich diese wahrhaft große Partei dennoch immer gewählt, werde ich ihr jetzt meine Stimme verwehren. Ihnen ein großer Dank: Selten hat mir jemand dermaßen aus der Seele gesprochen. Obwohl ich seit Jahren diese Zeitung weder kaufe noch lese, kann man sich ihrer Hetze in unserem Land nicht entziehen. Und ich konnte nicht so viel essen wie ich kotzen musste angesichts der fortgesetzten, ekelhaften und unentschuldbaren Schweinereien der Herren Kleine und Co. Dieser Personal-Entscheidung wegen gehört Steinbrück in die politische Bedeutungslosigkeit gewählt. Es ist ja gar nicht auszudenken, wen der holt, wenn es wirklich mal kritisch wird! Kai Diekmann? Franz-Josef Wagner? BÄH!

  18. @Jose
    http://www.wiwo.de/finanzen/vorsorge/altersarmut-weniger-armutsgefaehrdete-als-in-der-gesamtbevoelkerung/8338164-2.html

    Man sollt also weitere Daten für ein ehrliches Gesamtbild heranziehen. Nach dem Alterssicherungsbericht der Bundesregierung liegt das durchschnittliche Nettoeinkommen eines (Rentner-)Ehepaares in Westdeutschland bei rund 2.500 Euro, in Ostdeutschland bei rund 2.000 Euro. Von Armut ist das ein gutes Stück entfernt. Nur etwa jeder fünfzigste Rentner über 65 Jahre muss seine Rente tatsächlich mit Grundsicherung aufstocken, weil alle Altersbezüge zusammen alleine keinen ausreichenden Unterhalt ermöglichen. Und das ist – bezogen auf alle Deutschen – ein sehr niedriger Wert.

    „Der Anteil der Armutsgefährdeten an den über 65-Jährigen ist niedriger als in der Gesamtbevölkerung“, bilanzierte deshalb jüngst ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates im Bundeswirtschaftsministerium. Im Klartext: Jugend- und Erwachsenenarmut ist in Wahrheit ein viel größeres Problem als Altersarmut.

    Der von Ihnen zitierte Artikel ist einfach nur irreführender Müll.

  19. Ich habe bisher immer sehr viel von Peer Steinbrück gehalten, aber ich gebe ihnen uneingeschränkt recht. Seit er Kanzlerkandidat ist, erkenne ich ihn – natürlich basierend auf der medialen Berichterstattung- kaum wieder. Die SPD wird bei der Wahl erneut Schiffbruch erleiden und ich hoffe, dass sie sich dann endlich einmal darauf besinnt, gemeinsam mit der LINKEN eine Gerechtigkeitsdebatte in Deutschland und auch Euopa so an die Menschen zu bringen, dass die angebliche wirtschaftliche Kompetenz der Union, die im Herbst Angela Merkel zu einer weiteren Amtszeit verhelfen wird, als das wahrgenommen wird, was sie ist: unmenschlich und unsolidarisch.

  20. @Ossi und JensE

    http://www.spd.de/aktuelles/102224/20130611_merkels_arme_rentner.html

    Und den Rentern geht es also noch „verhältnismäßig gut“?Na dann ist doch alles bestens.

    Wenn man aber so rechnet wie sie dann gibt es in Südeuropa auf einmal überhaupt keine Altersarmut weil dort gerade die alten Menschen zu fast 100% in Eigentumswohnungen leben.Super,oder?

    Dann beträgt die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien auch nicht 60% sondern nur 15%.
    http://www.eu-infothek.com/article/falsche-horror-zahlen-zur-jugendarbeitslosigkeit

    ..usw..ein Witz.Zahlenspielereien.

    Ich bleibe dabei.Man muß sich gemeinsam wehren oder die neoliberalen Verbrecher machen uns in einem gemeinsamen Coup einen nach dem Anderen fertig.

    Und dann wird es den Deutschen sehr bald sehr viel schlechter gehen als den Südeuropäern.Ihr solltet Euch aus eigenem Interesse mit uns gemeinsam auf die Strasse stellen.

  21. Ich wusste nicht mal, wer Rolf Kleine ist, bevor ich diesen Text gelesen habe. Ich habe sehr wohl die tumbe Berichterstattung von Springer über Griechenland verfolgt…über sekundäre Medien, denn niemal würde ich Springerprodukte in die Hand nehmen oder in meinen Browser lassen. Da ich ohnehin nicht mehr an eine demokratische Wahl in diesem Land glaube, stehe ich in der Kanzlerfrage auch weit draußen. Egal, wer es wird, es wird der Falsche. Ob man erschossen oder erhängt wird, das Ergebnis ändert sich nicht: Man ist tot. Das ist keine echte Wahl, da die Wahlmöglichkeiten beschränkt sind. Aber der deutsche Parteifeudalismus steht auf einem anderen Blatt.

    Ich hörte also, dass wieder mal ein schmieriger Polithansel sich in die Gosse begeben hat, um dort aus dem Bodesatz einen Springermitarbeiter herauszukratzen. Es wäre auch egal, wenn es sich um einen ehemaligen Springermitarbeiter handelt, denn wie Mord und Völkermord verjährt Mitgliedschaft in dieser terroristischen Vereinigung nicht. Und wie es die BLÖD mit den Pleite-Griechen hält, so halte ich es schon viele Jahrzehnte mit der BLÖD-Zeitung: Sie ist Abschaum und meiner Aufmerksamkeit nicht würdig. Wer für sie arbeitet macht sich damit gemein und wird gnadenlos in Sippenhaft genommen. Und wer wissentlich einen Spingermitarbeiter auch nur respektvoll behandelt, hat bei mir auch verschissen.

    Allerdings ist ja die Kombination von Massenmedium und Politik nicht unüblich. Man kennt sich, man mag sich und umarmt sich (Rösler->verschissen, hatte er aber vorher schon). Und man tut sich gegenseitig Gutes. Vorbei an allen Gesetzen, denn Politiker stehen ohnehin darüber und ihre Freunde dementsprechend auch.

    Da kommen wir zurück zur grundlegenden Kritik an diesem Land. Nicht das Volk hat die Macht, sondern Politiker, die das Volk nicht selbst wählen kann und die nicht daran gebunden sind, was das Volk denn nun will oder was sie irgendwann mal versprochen haben (gerne vor Wahlen) und nicht gehalten haben (immer in den 4 Jahren nach der Wahl). Da diese krummen Kreaturen auch nur Menschen sind (auch wenn man das nicht immer glauben mag), unterliegen sie den üblichen Versuchungen der Gier, des Stolzes, Wollust…das ganze Sündenprogramm der Robenträge eben. Und dann sind da solche netten Typen von der BLÖD, die einen das Ego streicheln können, oder vom Thron schubsen (und dafür noch einen Preis erhalten !!!!Einself!!). Mit denen stellt man sich dann besser gut. Und mit den Kollegen von den großen Lobbies, die immer gutes Geld und tolle Jobs für später im Gepäck haben.
    Das Volk hat keine Wahl, die Gesetzgeber sind korrupt und die Reichen und Mächtigen kaufen sich, was sie wollen und brauchen bei ihnen. So geht das glatt durch alle Parteien, die halbwegs brauchbare Stimmanteile verbuchen. Da kann man niemandem trauen. Volksverkäufer allesamt.

    Und da konnten Sie und ihre kleinen Genossen auch nichts dran ändern. Oben sitzen die fetten Gockel, Herr Kahrs in HH, und lassen sich das Stimmvieh von Menschenfängern wie Ihnen zutreiben. Das ist nicht böse gemeint, Sie und die anderen sind eben so naiv, zu glauben, Sie würden das Richtige tun. Aber wir wissen ja alle, womit die Straße zur Hölle gepflastert ist… Das ist nicht auf die SPD gemünzt. Auch die anderen Parteien haben ihr Fußvolk, dass sie blenden und ausnutzen. Einige, die moralisch verwest genug sind, werden auch in die höheren Weihen aufsteigen. Die Idealisten und netten Menschen, die man gerne an den Parteiständen trifft, kommen nicht weit. Ihre Vorstellung von Politik sind zu volkstümlich und nicht mit den Stahl- und Glasfassaden kompatibel, die die Freunde aus der Wirtschaft so lieben. Viele von diesen haben das eingesehen und sind ausgetreten. Mein Vater, seit etrwa 60 Jahren in der Partei, ist jedesmal erschüttert, was aus seiner SPD geworden ist. Willi und Helmut, das waren seine Helden. Heute wählt er, glaube ich, schon gar nicht mehr. Den Austritt hat er noch nicht über’s Herz gebracht, aber es hängt auch nicht mehr an der Partei. Wir haben früher Plakate geklebt und sind noch spät in der Nacht zum Regionalblatt gefahren, um die Ergebnisse zu lesen. Man hatte das Gefühl, da ist noch jemand, der etwas besser machen will. Das Gefühl ist spätestens seit Schröder weg. So ein Verrat an der Sache schmerzt. Die alten Kommunistensprüche stimmen wieder. Wer hat und verraten? Sozialdemokraten! Aber auch die Grünen und die Linke hängt am seidenen Faden. Von FDP und Union braucht man ohnehin nichts erwarten.

    Bleiben also die Kleinparteien. Anti-Euro? Piraten? Irgendwas mit Nazi drin? Oder doch besser nicht wählen? Ein weiteres Indiz fehlender Demokratie: Die Wahlbeteiligung hat keinen Einfluß auf die Legitimation der Regierung. Wenn nur 1% der Wahlberechtigten wählen, würde problemlos eine Regierung gebildet werden können. Alle Macht geht vom Volke aus…my ass!

    Also, meinen Glückwunsch zum Austritt. Richtige Entscheidung, wenn auch über 10 Jahre zu spät.

  22. Es geht nicht um Zahlenspielereien, es geht um reales Einkommen auf dem Konto von Rentnern. Und das besteht nun mal nicht nur aus den Bezügen aus der gesetzlichen Rente. Es geht in Deutschland kaum jemandem so gut wie der derzeitigen Rentnergeneration. Empören Sie sich doch lieber über Kinderarmut.

  23. @Ossi

    Ich empöre mich viel mehr wegen der Interpretation der Krise.
    Die „Aufspaltung“ der Krise in Jugend-,Alters,-Kinder,-Frauen,-Armut gerade in den wirtschaftlich „wichtigen Ländern“ wie Deutschland,USA,England und Frankreich zeigt doch wohin die Reise wirklich geht und wer WIRKLICH im Fadenkreuz der neoliberalen Wahnsinnigen steht.Man redet bewußt nicht davon das wie in Griechenland,Portugal oder Spanien die gesamte Bevölkerung verarmt.

    Ganz offensichtlich versucht man so Zeit zu gewinnen bevor die Menschen sich in den USA oder Deutschland genau so massenhaft wehren wie im Süden Europas wo es so wie so nur wirtschaftlich eher kleine und unrelevante Ökonomien gibt.

  24. Ich bin von einem Genossen der Linken auf Ihre Erklärung hingewiesen worden und zolle Ihnen Respekt dafür.
    Obwohl die Rollen immer wieder neu besetzt werden, ist das Drehbuch offenbar immer dasselbe: Eine verdienstvolle Partei mit stolzer und einmaliger Geschichte demontiert sich selbst.
    Ich bin vor 14 Jahren ausgetreten, weil unser Ortsverein von Karrieristen als Nährboden benutzt und ausgesaugt worden ist. Wir Kleinen Handarbeiter sollten die Sprossen drechseln, auf denen diese Typen Marke „Ikarus“ hochsteigen wollten.
    Auf einer Klausurtagung hatte ich gefragt: Sind wir kleinen Parteisoldaten vorrangig dazu da, euch Berufspolitikern den roten Teppich zu bürsten? Ab da stand ich auf der Abschussliste. Jene Supergenossen sind der heutige verteidigungspolitische Sprecher der SPD, der Afghanistan einmal so, einmal anders beurteilt, je nach Regierungsbeteiligung, sowie der Superminister in BaWü, für den die Genossen an der Basis nur Mittel zum persönlichen Zweck sind. Beide gingen im OV ein und aus und haben uns als ihre Bäuerchen über das Brett geschoben. Der Zweiterwähnte war sogar dessen Vorsitzender und hat nach 10 Jahren den OV in Bedeutungslosigkeit zurück gelassen. Die, die ihn aufgebaut haben, waren da schon tot oder gegangen. Assistiert wurden die Himmelsstürmer von Seiteneinsteigern, Seminarlinken mit Hauptfach Geschichte, ohne den damals noch nicht ganz unwichtig gewordenen Stallgeruch. Zwei Typen, die sich zum Dank in kommunaler Bedeutung aalen durften; der Weg dorthin wurde ihnen als Dank für ihre Elastizität geglättet, was auch nicht mehr schwierig war, weil die Guten bereits reihenweise fehlten.
    Man braucht also nicht immer Schützenhilfe von außen oder gar von BILD-Fuzzis. Die Totengräber einer Partei finden sich vor allem in den eigenen Reihen.

  25. Die Hetzjagd auf Oskar Lafontaine vor mehr als 10 Jahren und die Einführung von Hartz4 haben Sie also noch mittragen können, Herr Panteloris? Sie haben offenbar eine ziemlich lange Leitung!!

  26. Bei aller geteilten Abneigung gegen den Bild-Hetzer und Miethai-Mietmal Kleine, frage ich trotzdem:
    Die SPD steht auf der richtigen Seite?
    Der alte Spruch „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ gilt immer noch!

  27. Die SPD? Die heißt jetzt DIE LINKE, was den Inhalt betrifft. Was das für eine Partei ist, die sich heute noch SPD nennt? Gute Frage. Gerhard Schröders Mülleimer? Böse Zungen behaupten, dass SPD inzwischen eine Abkürzung für „Schröders Partei-Demontage“ ist. Halte ich für zutreffend.

    Solange man bis heute die Agenda 2010 beklatscht, ist die SPD unwählbar und tot.

  28. Warum wird verschwiegen, dass die SPD mit ehemaligen Nazis 1966 eine große Koalition gebildet hat. Die SPD hatte keine skrupell einen Nazi zum Bundeskanzler zu wählen. Alle SPD-ler in dieser großen Koalition schlugen vor, brutale Einsparungen bei Rentner vorzunehmen, nur um die Finanzlücke, entstanden wegen der Aufrüstung, auszugleichen. Hier ein Zeitungsartikel aus dem Jahre 1967:

    „Milliardenlasten für Rentner und Rentenkassen – 450 Millionen DM weniger für Kriegsopfer
    Artikel aus der Deutschen Volkszeitung vom 7. Juli 1967“
    Ungeachtet dessen bestätigen auch die neuesten Meldungen aus Bonn, daß das Bundeskabinett im Rahmen der sogenannten „mittelfristigen Finanzplanung“ folgende Abstriche in der Rentenversicherung und bei den Renten durchführen will:

    Ab 1. Januar 1968 sollen die setzlich festgelegten Barzuschüsse für Kriegsfolgelasten an die Rentenversicherungsträger um 450 Millionen DM gekürzt werden. Diese Kürzungen sollen bis 1971 auf mehr als eine Milliarde jährlich anwachsen.

    Ab 1. Januar 1968 sollen die Beiträge zur Rentenversicherung von bisher 14 auf 16 Prozent des Bruttoverdienstes angehoben werden.

    Den Rentnern sollen vom gleichen Termin an 6 Prozent ihrer Renten als Krankenkassenbeitrag abgenommen werden. wovon Bonn sich 900 Millionen DM jährlich spricht.

    Ferner ist geplant, daß die Rentenversicherungsträger von der gesetzlich festgelegten Defizithaftung des Bundes für die Knappschaftversicherung künftig 750 Millionen DM im Jahr einsparen.

    Beim staatlichen Kindergeld will man durch eine enge Begrenzung 500 Millionen DM im Jahr einsparen.

    Die Grundrenten der Kriegsbeschädigten mit bis zu 50% Erwerbsminderung (wenige vorher war noch von 40 Prozent die Rede) sollen ganz gestrichen und damit jährlich 450 Millionen DM für Bonn „eingespart‘ werden.
    Es gab also schon vor Schröder eine SPD, die wesentlich brutaler gegen Rentner und Arbeitnehmer vorgingen.

  29. Ich verstehe die emtionale Reaktion auf Kleines Äußerungen in der „Bild“ und seine jetzige Position. Ich möchte aber darauf hinweisen, das die Journalisten dieses Blattes mitnichten ihre eigene Meinung dort kundtun !!! Sie sind Schreiber die genau wissen, das in dieser Zeitung das und nichts anderes verlangt und erwartet wird. Ein Sternekoch heuert auch nicht bei McDonalds an und kocht dann 10-Gänge-Menüs. Ich weiß nicht inwieweit Kleine persönlich hinter den Aussagen seiner Bild-Tiraden steht. Aber aus eigener journalistischer Erfahrung weiß ich, das man in der Regel einen Standpunkt zugeteilt bekommt, den man dann journalistisch vertritt. In wie weit diese journalistische Form dann volkshetzend ist, ist eine andere Diskussion. Aber wer ernsthaft seine Wahrheit verkünden möchte wird als halbwegs gebildeter Mensch nicht die Bildzeitung wählen. Soviel Vorschußvertrauen gestehe ich Kleine zu. Aber um Wahrheiten geht es in der Politik ja auch eher weniger.Leider.

  30. Sehr geehrter Herr Pantelouris,

    Zunächst einmal möchte ich Ihnen zu dem Schritt die SPD zu verlassen gratulieren! Bitte verstehen Sie diese Gratulation nicht als Schmähung, sie ist nämlich durchaus nicht ironisch, sarkastisch oder in einer anderen Art negativ gemeint.

    Als politisch interessierter Bürger aber auch als Ehemann einer Frau mit griechischen Wurzeln und als ehemaliger Altonaer freut es mich zu sehen, dass ein wichtiges altonaischgriechischdeutsches SPD-Mitglied aus moralischen Gründen einen Schlussstrich zieht!

    Mir selbst macht die SPD es leider sehr schwer, überhaupt in sie einzutreten. Sozialdemokratische Politik ist meiner Meinung nach die einzige, die Deutschland und Europa momentan helfen würde. Leider ist die SPD, deren Verdienste in den letzten 150 Jahren Sie angesprochen haben, seit Schröder keine sozialdemokratische Partei mehr.

    Der aktuelle (Vize?)Kanzlerkandidat der SPD ist für das unmenschlich Lohndumping und die Deregulierung der Banken, die wohl beide als die Ursache für die derzeitige Finanzkrise gesehen werden können, mitverantwortlich. Die niedrigen Löhne führten zu den extremen Außenhandelsüberschüssen Deutschlands, die Länder wie Griechenland und Spanien nicht über eine Anpassung Ihrer Währung auffangen konnten und deren Ausgleich durch das Fehlen einer Transferunion verschlimmert wurde. Die Deregulierung der Banken sorgte für die sozialisierung von Verlusten der Finanzbranche, die sich zuvor ihre „Risiken“ fürstlich in privatisierten Gewinnen (mit geringer Besteuerung und ohne Leistung von Sozialabgaben) entlohnen ließ. Der Mann ist, verzeihen Sie mir die Offenheit, kein Sozialdemokrat. Er ist ein neokonservativer markt-liberaler schröderianischer Agenda-Interessensvertreter.

    Gerade in Altona, mit seiner Vergangenheit als sozialdemokratisch-linkes Arbeiterviertel, mit dem Gedenken an den Altonaer Blutsonntag und die damit verbundnen ersten systematisch illegalisierten Opfer des Nationalsozialismus, sollte solidarisches Miteinander und der Widerstand gegen die Umverteilung von unten nach oben eine Heimat haben. Denn nur eine gerechte (nicht gleiche, nicht zu konzentrierte) Verteilung der Einkünfte und Vermögen kann eine lebenswerte Gesellschaft aufrechterhalten.

    Sollten Sie also immernoch sozialdemokratisch wirken wollen, sich (aus mir unerfindlichen Gründen;-) aber nicht mit der Linken arrangieren können, empfehle ich Ihnen, für die nächste Zeit Inge Hannemann (http://altonabloggt.wordpress.com/) bei Ihrer Tätigkeit zu unterstützen.
    Alles Gute,
    Chris Rückert

  31. Hallo Herr Pantelouris,

    interessanter Text. Nur leider kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie mitunter zu den gleichen Mitteln greifen, wie die von Ihnen so geschmähte Bild-Zeitung.

    Beispiel: Herr Kleine schreibt in dem Bild Kommentar „Der Staat ist eine Regentonne mit tausend Löchern. Wohin die Milliarden versickern, weiß kein Mensch.“

    Und darauf bezieht er sich zwei Sätze später: „DAFÜR sollte uns jeder Euro zu schade sein“.

    Denken Sie nicht, dass der Satz in diesem Zusammenhang einen etwas anderen Sinn ergibt? Ob Griechenland eine Regentonne mit tausend Löchern ist, vermag ich von hier aus nicht zu beurteilen. Aber wenn das so ist, ja, dann ist auch mir jeder Euro zu schade. Aber nicht, weil ich der Polemik der Bild Zeitung folge und mich aufhetzen lasse. Sondern weil ich daran glaube, dass ein Staat, der unter Druck ist, sich effizient aufstellen muss. Ist er das allerdings, dann muss man ihm helfen.

    Auf diese Sinnhaftigkeit des Kommentars von Klein Rolfi gehen Sie jedoch nicht ein, nein, sie reissen ein Zitat aus dem Zusammenhang, um ihre Argumentation einzuleiten. Das könnte man auch als Polemik bezeichnen. Und ist letztendlich das gleiche Mittel, dessentwegen Sie das Springer-Organ schmähen…

  32. @Jose
    Sorry, wenn man sich empören will, dass die Menschen in D verarmen (sie SIND ja schon verarmt, weil sie im Schnitt ein geringeres Vermögen haben als die Menschen in anderen europäischen Ländern – sogar in den meisten Krisenländern ist sogar der Median der Privatvermögen höher als in D), dann sollte man sich doch bitte nicht gerade die Gruppe aussuchen, der es relativ gesehen noch am besten geht. Wenn jedes 4. Kind in D in Armut aufwächst, dann ist das nicht nur ein Skandal, sondern gefährdet auch unsere Zukunft. Jedenfalls bedeutend mehr als wenn jeder 50. Rentner Grundsicherung beantragen muss.

  33. @Sven: Verstehe ich das richtig: Weil Herr Kleine behauptet, dass Geld für die Rettung versickere, was Sie nicht beurteilen können (er allerdings auch nicht, der tatsächliche Verlauf der Geschichte hat ihn ja widerlegt und man kann jeden Euro nachvollziehen (was Attac gerade getan hat, sie kommen praktisch alle bei Banken an)), langer Rede kurzer Sinn: Weil Kleine seiner Polemik eine Lüge voranstellt und sich auf sie bezieht, ist mein Vorwurf falsch? Merken Sie was? Ganz ehrlich: wirklich, wirklich schwacher Versuch.

  34. Lieber Herr Pantelouris,
    vielen Dank für Ihre klaren Worte und meine Bewunderung für Sie, diesen Schritt aus moralischen Gründen getan zu haben.

    Ich finde, dass alle SPD-lerInnen, die sicher in Ortsverbänden eine gute Arbeit leisten, gemeinsam aus der SPD austreten sollten und nicht nur Sie allein.

    Wenn ich hier in meiner Stadt die SPD für ihre Wahlkämpfe an den Ständen sehe, alles nette Menschen, sehe ich doch, dass diese Menschen auf für die Politik, die in Berlin gemacht wird, auf der Straße stehen. Dadurch unterstützen sie jedoch den unmoralischen Steinbrück, den aufgeblasenen Gabriel, den angepassten Kofferträger Steinmeier, die alberne Nahles und viele andere.

    Der Spruch “ der Fisch stinkt vom Kopf her“ wurde mir über dieses Verhalten der Basis erst richtig deutlich.

    Es müßte ein Aufruhr und Massenaustritt in den SPD-Ortsverbänden geben, damit die, die den „Kopf“ bestimmen, richtig merken können, dass es SO nicht geht, dass die Basis da nicht mitmacht.

    Aber die Basis macht diesen Scheiß mit, sie unterstützt durch ihr Schweigen diese vielen falschen Schritte der SPD-Führung in Berlin und dadurch gleichzeitig Mittäter.

    Dass Sie diesen Schritt nun alleine gemacht haben, ehrt Sie und ich hoffe, dass Sie eines Tages merken, dass man eben nicht in einer Partei sein muss, um politisch aktiv zu sein, genausowenig man in der Kirche sein muss, um an Gott zu glauben.

    Ihnen alles Gute und Ihrer Familie und Freunden in Griechenland ebenfalls. Auf Deutschland kann man derzeit nicht stolz sein – man kann sich nur noch schämen ob solcher negativen, zerstörerischen Politik.

  35. Ich stelle lediglich zur Diskussion, dass hier offensichtlich ein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Sie verstehen doch was ich meine, oder? Herr Kleine unterstellt, dass die Rettungsmilliarden versickern. Und DAFÜR ist ihm jeder Euro zu schade. Ob es stimmt oder nicht, dass Gelder versickern, sei mal dahingestellt. Sie sagen, es sei eine Lüge, andere behaupten das Gegenteil. Ich maße mir hier kein Urteil an, bin weder Grieche noch Banker. Aber es ist ein Unterschied ob Sie sinngemäß schreiben:

    „Herrn Kleine ist jeder Euro für die Rettung Griechenlands zu schade.“

    oder ob Herr Kleine sinngemäß schreibt

    „Wenn das Geld versickert, ist mir ist jeder Euro für die Rettung Griechenlands zu schade.“

    Das ist für mich ein Unterschied und in Ihrem Text kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie ebenfalls nur auf den Effekt der aus dem Zusammenhang gerissenen Aussage abzielen, um ihre eigene Argumentation voranzubringen. Und genau das macht die Bild.Zeitung auch mit ihrer Polemik.

    Ansonsten bin ich überrascht, dass Sie mir gleich einen „Versuch“ unterstellen… Versuch von was eigentlich?

  36. Herr Kleine schreibt nicht, das Geld sei zu schade, weil es versickert. Er schreibt, es sei zu schade, weil es an Griechen geht, und das wäre synonym mit verschwenden. Ich hoffe, Sie verstehen den Unterschied, erkennen das System und versuchen nicht, mir zur unterstellen, ich würde die Methoden der BILD oder eines ihrer Schläger anwenden. Der Kommentar, den Sie meinen, ist überschrieben mit „Jeder Euro ist zu schade“ und beginnt mit „Deutsches Steuergeld für die Pleite-Griechen?“ Die Differenzierung, die Sie da lesen wollen („Wenn Griechenland dies oder das tut, dann könnte man möglicherweise …“) macht er explizit nicht, er kritisiert sogar die Kanzlerin dafür vom bedingungslosen Nein abzurücken. Sie könnten genau so gut und exakt gleich wahrheitswidrig statt der Regentonne das Bild des faulen Griechen in der Hängematte einfügen und hätten denselben Kommentar. Was Sie Kleine als Differenzierung oder Bedingung (wenn, dann) abzukaufen versuchen ist keine.

  37. Parteiaustritte hinterlassen die Ursachen mit mit den engsten Mitstreitern, insofern glaube ich das jeder überzeugte Sozialdemokrat sich sehr gut überlegt hat, was der Parteiaustritt für ihn bedeutet. Wer aber sagt, das allein die Rückgabe des Parteibuch nicht das Problem löst, war noch nie in der wenig komfortablen Situation, die sich an der Nahtstelle von Realpolitik und operative Politik auf der einen und Visionen und Ideologie auf der anderen Seite auftut: Man kann auch mal ein Auge zudrücken, eine Volkspartei ist ja pluralistisch. Aber wenn man sie zugedrückt bekommt, hört es auf.

  38. Schon wie der Kleine medial präsentiert wurde, war bizarr:
    Der Laberfunk WDR, eine Quasseltante in der „Aktuellen“ Stunde bezwichnete ihn als „Journalisten von der Bi*D ZEITUNG“, im DLF war man prätiser, ließ „Journalist“ und „Zeitung“ weg: ein Mann von Bild. Passt besser. Oder Deutsche Anington, dem populären Mieterschutzverein….

  39. Schon wieder versuche ich was! Diesmal Herrn Kleine was abzukaufen… Aha.

    Herr Pantelouris, ich frage mich, für wen Sie diesen Text schreiben. Ich bin quasi der klassische Bürger von nebenan. Lese den Text, lese einige (nicht alle) der hinterlegten Links. Mache mir Gedanken, schreibe einen Kommentar dazu. Ich versuche nichts, weder Herrn Kleine was abzukaufen, noch Ihre Ausführungen zu unterminieren.

    Es scheint mir aber, dass Sie den Text weniger für Menschen wie mich, als vielmehr für sich selber geschrieben zu haben. Ich glaube Sie sind wütend (was nachvollziehbar ist) und dieser Text wurde geschrieben, als der Furor noch in Ihnen tobte. Mein Eindruck ist, es geht in dem Text ums Recht haben. Und Sinn und Zweck, dass er hier steht ist, dass Sie Beifallsbekundungen und vielleicht auch Bestärkungen erhalten können. Dass es Menschen gibt, die so einen Text ohne starke Meinung in die ein oder andere Richtung lesen, und sich trotzdem damit auseinandersetzen, können Sie sich offenbar nicht vorstellen. Es gibt nur Freund oder Feind, richtig?

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