Reconstructing Heveling

Es ist wirklich schwierig zu entscheiden, welcher Abschnitt des irrenfulminanten Textes des CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling im Handelsblatt zu Geistigem Eigentum Urheberrecht Irgendwas mit Internet am schönsten ist. Aber ich entscheide mich für das hier:

Welche Hybris! Lasst euch gesagt sein: Das Wissen und vor allem die Weisheit der Welt liegen immer noch in den Köpfen der Menschen. Also, Bürger, geht auf die Barrikaden und zitiert Goethe, die Bibel oder auch Marx. Am besten aus einem gebundenen Buch!

Ich liebe zunächst das Aufgeregte. Der Autor ruft, er klagt, er prangert an! Er wechselt außerdem mittendrin den Empfänger seiner Botschaft, von „den Googles und Wikimedias“ zu den Bürgern. Also, dem Bürger, woran mir besonders gefällt, dass „der Bürger“ in der Einzahl abgegrenzt wird von „den Köpfen der Menschen“ in der Mehrzahl, die voller Weisheit sind, was folgerichtig dazu führt, dass der Bürger offensichtlich die Weisheit nicht im Kopf hat sondern aus einem Buch zitieren muss, eigentlich sogar scheißegal welchem, so lange es gebunden ist und nicht aus dem Kindle-Store.

Aber wenn man diese Barrikade fände, könnte man dann nicht vielleicht auch aus dem Handelsblatt zitieren?

6 Antworten auf „Reconstructing Heveling“

  1. Nun warte ich seit vier Wochen auf einen neuen Beitrag von Ihnen, und dann das: ein billiger Mitläufer-Artikel.
    Schade! Ich hätte besseres von Ihnen erwartet.

  2. Heh, ich finde ja eigentlich am besten, dass er (Heveling) einerseits zum verzweifelten Kampf aufruft, den er doch mit seinen Eingangsworten bereits als gewonnen (bzw. für das Web verloren) erklärt.

    Ich frag mich nur, wie das beim Handelsblatt abgelaufen ist, als man sich das Manuskript durchgelesen hat, und dann irgendwie beschlossen wurde, es auch abzudrucken.

    Egal, jedenfalls: Danke für den „Mitläufer“-Artikel, ohne Sie und Sixtus wäre das total an mir vorüber gegangen.

  3. „Hybris“ ist auch eines dieser Warnsignale, wie „Gutmensch“, „rechtsfreier Raum“ oder „Darwinist“.
    Sie stehen selten im selben Text wie etwas Lesenswertes.

  4. Ich glaube ja immer noch, daß hinter diesem Ansgar Irgendwas in Wirklichkeit Martin Sonneborn und/oder die „titanic“ stecken.

    Das kann doch gar nicht Ernst gemeint sein.

  5. @TES: Was wäre denn so schlimm, wenn das an Ihnen und uns allen vorüber gegangen wäre? Der Artikel des Herrn Heveling war doch überhaupt nicht wichtig. Er war weder besonders gut, noch so grottenschlecht wie die stromlinienförmige Mehrheitsmeinung der Netzgemeinde es darstellt.
    Dieser Sturm im Wasserglas ist einfach lächerlich. Ich wette, dass die meisten Empörten ihn überhaupt nicht durchgelesen haben, sondern nachplappern, was ihnen ihr Guru Beckedahl eingeflüstert hat.

  6. @Christian Benduhn: Ich find’s nicht schlimm, wenn was mal nicht wichtig ist. Manche Sachen sind halt einfach nur lustig, und ich fänd’s trotzdem schade, wenn ich sie verpasst hätte. Das alles hat aber nix mit Herrn Beckedahl zu tun.

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